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Parteifrei Zürich – Drei Fragen an die Nationalratskandidaten 2011

Mittwoch, 12. Oktober 2011 7:47

Parteien sind Menschen sind verschieden. (Demokratie halt.) Drum ist die Nationalratswahl nach Parteizugehörigkeit so schwierig. Weil intern trotz Parteiprogramm zu heterogen.

Komplett unverschieden hingegen ist der Mensch allein. Vielleicht sogar gleich gleich wie der Blogschreiber. Schauen wir uns deshalb heute die Parteifreien an. Mit drei Fragen statt einer, weil die Charta der Parteifreien von links bis rechts viel Spielraum lässt:

  1. Wie und wo soll sich die Schweiz in Zukunft in Bezug auf Europa positionieren?
  2. Wann sollte das letzte Schweizer Atomkraftwerk vom Netz genommen werden?
  3. Mit welchen Mitteln muss einer möglichen neuen Bankenkrise begegnet werden?

(Die Antworten werden laufend eingepflegt.)

Michael Brandenberger

  1. Auf gleicher Augenhöhe aber nicht in der EU.
  2. Spätestens in 25 Jahren.
  3. Siehe monetative.ch . Die Nationalbank muss wieder der Schweiz gehören und die Geschäftsbanken an die Leine nehmen. Geldschöpfung soll nur noch der SNB gestattet sein, der Franken ist der […]
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Thema: Eine Frage an..., Nationalratswahl 2011, Politik, Schweiz, Zürich | Kommentare deaktiviert für Parteifrei Zürich – Drei Fragen an die Nationalratskandidaten 2011 | Autor:

Atomlobby spricht nicht mit Pöbel

Donnerstag, 14. Juli 2011 10:49

Die Aktion für vernünftige Energiepolitik Schweiz (AVES) lässt sich nach einer einfachen Anfrage ziemlich viel Zeit* bei der Aufklärung mit «Kompetenz statt Schlagworten» und «Sachlichkeit statt Emotionen».

Man erinnert sich: Vor einer Woche, am 6.7.2011, wurde sinngemäss folgende einfache Frage via Formular an AVES übermittelt:

Wo kann ich die komplette repräsentativen Studie des gfs.bern von Mitte Mai 2011 einsehen, aus welcher der AVES die Behauptung «84 Prozent der Schweizer wollen keinen überstürzten Atomausstieg» ableitet?

Denn wo sonst sollte man brauchbare Antworten erhalten, wenn nicht bei einem aus erster Hand informierten Verein, der sich unter «Wer wir sind» folgendes auf die Fahne geschrieben hat:

«Das Hauptanliegen der AVES besteht darin, die Diskussion um die Energienutzung zu versachlichen – Seriosität und Fachwissen sollen bei der Wahl der Energiearten dominieren.[…] Die AVES bedient möglichst viele Bürgerinnen und Bürger mit aktuellen Informationen zur schweizerischen Energiepolitik.»

Eben.

Doch das ernüchternde Resultat einer Woche und einem Tag Wartezeit: Null Antwort. Dies, obwohl diese eigentlich nicht viel weiter als einen Mausklick entfernt sein sollte.

Was also tun? Genau. Noch eine Anfrage.

(14.7.2011, 10.46 MESZ, zweite Anfrage via Formular an AVES übermittelt)

Und bis zur eventuellen Antwort hier für den ähnlich ungeduldigen Leser, noch einmal der Link zu einer Zusammenfassung als PDF «Das Wichtigste in Kürze» des gfs.bern.

* Man informiere den Autor bitte, falls es für Anfragen wider Erwarten so etwas wie ein Politisches Viertel geben sollte.

(Nachtrag, 21.7.2011, 15.34 MESZ)

Da nach zwei Wochen Wartezeit noch immer keine Antwort zu erhalten war, erfolgt ein weiterer Versuch. Diesmal direkt per Mail.

(Nachtrag, 27.7.2011, 17.11 MESZ)

Da auch nach drei Wochen noch keine Antwort vorliegt, ein dritter Versuch. Wieder via Mail. Diesmal direkt an den AVES Präsidenten Rolf Schweiger.

(Nachtrag, 27.7.2011, 17.32 MESZ)

Die erste Antwort: Urlaubsabwesenheit. Drum gleich die vierte Anfrage hinterher. Diesmal via Mail an den AVES Vizepräsident Konrad Studerus.

(Nachtrag, 28.7.2011, 09.06 MESZ)

Endlich eine Antwort des Vizepräsidenten. Darin ein Link zur schon bekannten Studien-Zusammenfassung. Und der Hinweis, dass AVES über kein weiteres Material verfüge. Womit wir wieder bei der Frage wären: «Aus welchen Daten leitet AVES die Aussage <84 Prozent der Schweizer wollen keinen überstürzten Atomausstieg> ab?» Reicht die Zusammenfassung der Studie tatsächlich, um so eine starke Behauptung aufzustellen?

(Nachtrag, 28.7.2011, 09.54 MESZ)

Der Blogautor fragt noch einmal nach und bietet für die Antwort Platz auf diesem Blog an.

(Nachtrag, 28.7.2011, 10.19 MESZ)

Die Antwort befasst sich mit dem öffentlichen Ansehen von gfs.bern und dem vorhandenen Urteilsvermögen der Schweizer Bevölkerung.

(Nachtrag, 28.7.2011, 11.03 MESZ)

Der Blogautor fragt, ob er die Haltung von AVES mangels Präzisierung folgendermassen zusammenfassen darf: «AVES stützt sich bei der Begründung ihrer Forderung einer <Volksabstimmung zur Frage des Ausstiegs aus der Kernenergie> auf die Zusammenfassung(!) einer Umfrage unter 1005(!) Stimmberechtigten, ohne die Fragen und Ergebnisse der Umfrage im Detail zu kennen.»

(Nachtrag, 28.7.2011, 12.25 MESZ)

Mit der Unterstellung, der Blogautor schreibe sowieso, was er wolle, wird die «Diskussion» abgebrochen.

(Nachtrag, 28.7.2011, 12.47 MESZ)

Erneutes Angebot, die Meinung der Aktion für vernünftige Energiepolitik und deren Grundlage auf diesem Blog zu veröffentlichen.

Bis dahin noch einmal die Fakten:

  • AVES sagt «84 Prozent der Schweizer wollen keinen überstürzten Atomausstieg»
  • Die Grundlage für diese Aussage liefert offenbar einzig und allein die Zusammenfassung(!) einer gfs-Umfrage bei 1005(!) Stimmberechtigten.
  • Diese sagt jedoch nur, dass 53% der Befragten «voll» und 31% «eher» mit der Aussage «Anstatt überstürzt einen Ausstieg aus der Kernenergie zu beschliessen, sollte man besser in Ruhe nach einer Lösung suchen, welche sicher ist und den Strombedarf der Schweiz garantiert.» einverstanden sind.

Gerne hätte der Autor eine sachliche und erhellende Diskussion geführt. Und sich eines Besseren belehren lassen. Im Ernst. Da muss es doch noch mehr Material geben, als diese dünne Umfrage.

Das Angebot steht. Ohne Zensur. Es sei denn, die Texte kommen aus einer PR-Schmiede.

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Thema: Fragen, Gesellschaft, Politik, Schweiz | Kommentare (0) | Autor:

Studie zur Kernkraft nach Fukushima

Mittwoch, 6. Juli 2011 12:15

(6.7.2011, 12.25 MESZ, Inhalt via Formular an AVES übermittelt)

Sehr geehrte Damen und Herren der Aktion für vernünftige Energiepolitik Schweiz AVES

In einer aktuellen Schlagzeile auf Ihrer Vereins-Homepage schreiben Sie in Fett, gemäss einer repräsentativen Studie des gfs.bern Mitte Mai 2011 würden

«84 Prozent der Schweizer […] keinen überstürzten Atomausstieg» wollen.

Etwas weiter unten in Ihrem Text heisst es dann:

«So hätte ein vorzeitiger Ausstieg aus der Kernenergie […] wenig Rückhalt in der Bevölkerung (62 Prozent Nein gegen 33 Prozent Ja) […).»

Ich fasse zusammen

«84% sind gegen überstürzten Ausstieg» und «62% sind gegen vorzeitigen Ausstieg.»

und bin so klug als wie zuvor.

Dass sich die Worte «vorzeitig» und «überstürzt» durch 22 Prozentpunkte voneinander unterscheiden, ist für einen Texter zwar interessant, hilft aber – wie so oft bei Zusammenfassungen von Studien – nicht, das Ergebnis der Umfrage zu verstehen.

(Pssst. Es gibt natürlich einen einfachen Grund für die Differenz: Die 84 Prozent sind nicht einfach gegen «einen überstürzten Ausstieg» sondern stimmen (mehr oder weniger) der komplexeren Aussage zu

«Anstatt überstürzt einen Ausstieg aus der Kernenergie zu beschliessen, sollte man besser in Ruhe nach einer Lösung suchen, welche sicher ist und den Strombedarf der Schweiz garantiert.»

Und wie es aussieht, wurden 53% «voll einverstanden» und 31% «eher einverstanden» zu den eingangs erwähnten 84% «die keinen überstürzten Atomausstieg wollen» zusammengefasst. So viel zur Interpretation von Studien)

Deshalb würde ich mir gerne selber ein Urteil bilden und Einblick in die Daten der durch Economiesuisse in Auftrag gegebenen Studie nehmen. Bestimmt werden Sie mir und meinen Lesern den Link zur Quelle verraten.

Ich freue mich auf Ihre erhellende Antwort

(Nachtrag, 7.7.2011, 08.56 MESZ)

Scheint eine schwierige Frage zu sein. Deshalb hier in der Zwischenzeit der Link zu einer Zusammenfassung «Das Wichtigste in Kürze» des gfs.bern.

(Nachtrag 14.7.2011, 10.49 MESZ)

— Der oben zitierte AVES-Text im Original —

84 Prozent der Schweizer wollen keinen überstürzten Atomausstieg.

Das Resultat ist eindeutig: 84 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer stehen hinter der Aussage «Anstatt überstürzt einen Ausstieg aus der Kernenergie zu beschliessen, sollte man besser in Ruhe nach einer Lösung suchen, welche sicher ist und den Strombedarf der Schweiz garantiert.» Dies ergibt eine repräsentative Studie, welche im Auftrag von Economiesuisse vom Forschungsinstitut gfs.bern Mitte Mai, also noch vor der energiepolitischen Weichenstellung durch den Bundesrat, durchgeführt worden ist. Befragt wurden 1005 Stimmberechtigte in allen Landesteilen.

Die Meinungsumfrage hat noch weitere überraschende Resultate erbracht: So hätte ein vorzeitiger Ausstieg aus der Kernenergie ebenso wenig Rückhalt in der Bevölkerung (62 Prozent Nein gegen 33 Prozent Ja) wie auch die sofortige Stilllegung der Kernkraftwerke Beznau und Mühleberg (57 Prozent Nein gegen 36 Prozent Ja). Kritisch steht die Schweizer Bevölkerung auch dem Ersatz von KKW durch Gaskraftwerke gegenüber: Bloss 36 Prozent könnten dieser Alternative zustimmen, 46 Prozent lehnen sie bestimmt oder eher ab. Erstaunlich hoch, nämlich satte 41 Prozent, ist der Anteil jener, die für einen Ersatz der alten Kernkraftwerke durch moderne Anlagen votieren, welche die neuesten Sicherheitsanforderungen erfüllen.

Erwartungsgemäss hat die Zustimmung zum Bau von Ersatz-Kernkraftwerken nach dem Nuklearunfall in Fukushima generell abgenommen. Hatten sich im August 2010 noch 43 Prozent dafür ausgesprochen, sank diese Zahl inzwischen auf 29 Prozent; 67 Prozent wären eher oder bestimmt dagegen, «wenn morgen darüber abgestimmt würde». Insgesamt hat die Studie aber ein für das Energieform Kernenergie deutlich positiveres Ergebnis erbracht, als Economiesuisse erwartet hatte. Die Tatsache, dass heute für 78 Prozent der Befragten die «Stromlücke» ein vertrauter Begriff ist, und das klare Votum gegen politische Schnellschüsse stimmen Ursula Fraefel, Kampagnenleiterin bei Economiesuisse, zuversichtlich. Wie sie gegenüber der Zeitung «Der Sonntag» betont hat, könne man die Leute möglicherweise überzeugen, die alten Kernkraftwerke Beznau und Mühleberg durch ein neues, noch sichereres Kernkraftwerk zu ersetzen. (gfs)

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