Parteifrei Zürich – Drei Fragen an die Nationalratskandidaten 2011

Parteien sind Menschen sind verschieden. (Demokratie halt.) Drum ist die Nationalratswahl nach Parteizugehörigkeit so schwierig. Weil intern trotz Parteiprogramm zu heterogen.

Komplett unverschieden hingegen ist der Mensch allein. Vielleicht sogar gleich gleich wie der Blogschreiber. Schauen wir uns deshalb heute die Parteifreien an. Mit drei Fragen statt einer, weil die Charta der Parteifreien von links bis rechts viel Spielraum lässt:

  1. Wie und wo soll sich die Schweiz in Zukunft in Bezug auf Europa positionieren?
  2. Wann sollte das letzte Schweizer Atomkraftwerk vom Netz genommen werden?
  3. Mit welchen Mitteln muss einer möglichen neuen Bankenkrise begegnet werden?

(Die Antworten werden laufend eingepflegt.)

Michael Brandenberger

  1. Auf gleicher Augenhöhe aber nicht in der EU.
  2. Spätestens in 25 Jahren.
  3. Siehe monetative.ch . Die Nationalbank muss wieder der Schweiz gehören und die Geschäftsbanken an die Leine nehmen. Geldschöpfung soll nur noch der SNB gestattet sein, der Franken ist der Währungsspekulation zu entziehen, die virtuellen Banken-Produkte sind abzuschaffen.

Markus Rüegg

  1. nicht in die eu, die diktatur der konzerne
  2. sofort
  3. anderes geldsystem

Hans-Jakob Heitz

  1. Mit Europa und der EU gilt es ein partnerschaftliches Verhältnis zu pflegen, dabei aber selbstbewusster als bisher aufzutreten. Die Abkommen dürfen immer wieder angepasst werden, wenn die Erfahrung danachrufen, dies ist legitim, was aber nicht die Kündigung bedingt! Ein EU Beitritt kommt nie in Frage (denn Verlust der eigenen Währung, MWST > 15% etc.)
  2. Die Atomkraftwerke können dann vom Netz genommen werden, wenn wir bereit sind diese Energie durch Alternativenergien (nicht aber in Abhängigkeit vom Ausland) zu kompensieren; dies bedingt grösser Anstrengungen und Finanzen für Forschung und Entwicklung. Schätze einen Zeithorizont von 10-15 Jahren. Das Problem der Entsorgung der radioaktiven Abfälle ist mitnichten gelöst, wird wohl auch nie fristgerecht gelöst, ist eine heisse Kartoffel.
  3. Die Strukturen der Banken sind zu vereinfachen, so ist das risikohafte Investment Banking endlich abzutrennen. Es muss wieder Ethik und soziales Verantwortungsbewusstsein gegenüber Realwirtschaft und Mittelstand in die Unternehmenskultur einkehren. Die big to fail Problematik muss rascher bereinigt werden, als Bern jüngst beschloss. Die Mitwirkungsrechte der (Klein-) Aktionäre müssen endlich gestärkt werden!

Mathias von Flüe

  1. Die Schweiz soll weiterhin souverän bleiben, d.h. nicht der EU beitreten. In Sachen Demokratie Verständnis hat sie einiges Nachzuholen und daher sollte die Schweiz selbstbewusster in Verhandlungen gehen, auch wenn unsere Volkswirtschaft im Vergleich zur EU, absolut gesehen, klein ist.
  2. Eigentlich sollten kein AKW’s mehr in Betrieb sein, denn niemand vermag einen Supergau zu verantworten oder zu bezahlen. Die Folgen wären verheerend. Jedoch können wir nicht einfach die AKW’s abstellen und dann biligen Atom- oder Kohlestrom von Frankreich, Deutschland oder Polen beziehen. Es braucht einen umfassenden Masterplan, zur Reduktion von Energiekonsum, Neugewinnung durch Solar und Windkraft und zur möglichen Erweiterung der Wasserkraft. Auch sollte jedes Haus möglichst Energieautark sein.
  3. Unser Geldsystem basiert auf Schulden. Denn jedes mal wenn die Bank einen Kredit vergibt, schöpft sie Geld und die Geldmenge vergrössert sich dadurch. Das heisst unser Guthaben basiert auf Schulden anderer. Dadurch sind alle Rettungsschirme und andere Versuche sinnlos, denn es führt zu einer weiter Verschuldung der Staaten. Die Staaten werden unter der Zinslast zerbrechen. Was dann passieren kann, konnte man 1929, dem folgenden 2. Weltkrieg und der anschliessenden Währungsreform 1948 sehen. Darum: 1. Vollgeldreform (siehe monetative.ch). 2. Stopp Wirkung von Zinseszins (exponentielle Vermehrung des Geldes). 3. Bevorzugung von Geldumschichtung (z.B AHV) anstelle Anhäufung (z.B. Pensionskasse).

Alec Marcel Gagneux

  1. die schweiz hat die chance, ethisches vorbild für europa zu sein. dehalb ist ein eu-beitritt nicht empfehlenswert (small is beautiful). zum ethischen vorbild gehört gemäss ”humanitärer tradition” keine beihilfe mehr zu steuerhinterziehung, keine pauschalbesteuerten mehr, keine waffenexporte.
  2. mühleberg so schnell wie möglich. weitere investitionen sind sofort zu stoppen. das letzte akw sollte bis 2030 ausgeschaltet sein. effizienz/schädliche energie sparen muss sich lohnen. also muss schädliche energie wesentlich teurer werden. fliegen muss immer teurer sein als z.b. mit dem zug nach rom.
  3. das geld-aus-geld-machen ohne real-wirtschaftliche verbindung muss sofort verboten werden. die monetative muss so schnell wie möglich eingeführt werden – vgl. monetative.ch.

Kaspar Kubli

  1. Die Schweiz kann als kleines Land nur bestehen, wenn es ANDERS ist als die anderen Länder. EU ist kein Thema.
  2. Der Atomausstieg kann ca. 2030 komplett erfolgen, da wir bis dahin fast 100%ig Möglichkeiten schaffen werden, die heute unvorstellbar sind.
  3. Trennung des normalen Bankgeschäfts vom Investmentbanking. Grossbanken müssen gesetzlich in mehrere Aktiengesellschaften getrennt werden.

Filip Zirin

  1. Zwar ist das andauernde Projekt EU ist in einer schlechten Verfassung und unzulänglich an allen Ecken und Enden, doch kommt die Schweiz längerfristig nicht an einer vertieften Teilnahme vorbei. Darum: Den bilateralen Weg so lange wie möglich weitergehen und sich zwischenzeitlich auf Verhandlungen vorbereiten, damit man so viele Trümpfe in der Hand hat wie nur möglich.
  2. Wenn eine unabhängige und transparente Sicherheitsuntersuchung (nicht wie das ENSI bis jetzt) ergibt, dass es vertretbar ist (eine öffentliche Debatte/politische Entscheidung) die AKW weiter zu betreiben, sollten die vom Bundesrat zuletzt im Mai vorgeschlagenen Laufzeiten verwirklicht werden.
  3. Eine Massnahme genügt hier nicht. Aber: Da Appelle an die Banker und Pseudo-Regulierungen nicht weiterhelfen, sollten die Investementbanken von den Geschäftsbanken in der Art abgetrennt werden, dass der riskante Teil den normalen Teil bei einem Konkurs nicht mitreist. Eine Trennung, nota bene, die in den USA im Jahr 1932 eingeführt wurde und erst 1999 wieder aufgehoben wurde.

Walter Hilfiker

  1. Bilateral, die gegenwärtige Euro-Krise und politische, wirtschaftliche Unsicherheiten in vielen Ländern, könnte auch Europa verändern zu einem Staatenbund und den einzelnen Staaten wieder mehr Handelsspielraum zurückgeben. Aktiv, auf eigene Produktivität mehr Rücksicht nehmend, international kooperativ.
  2. Wann endlich das Umdenken für eine umweltfreundliche, schweizerische Energiegewinnung und einer sorgfältigen Energienutzung stattgefunden hat. Und dieses Umdenken muss heute beginnen dann können wir morgen abstellen! Vergessen wir aber nicht, dass A-Werke eine recht gute CO2-Bilanz aufweist. Diese nicht zu verschlechtern ist eine weitere Herausforderung (Ich habe beruflich mit Haustechnik zu tun. High-Tech funktioniert nicht immer so gut wie auf dem Papier und im Labor! Hingegen liegt in der Anlage-Optimierung von bestehenden Installationen ein grosses wenig spektakuläres Potenzial!
  3. Vordringlich ist die Absplittung der Risikobereiche von Banken, die unser Volk und die Realwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen könnte! und zwar sofort!!!!

Noch keine oder nicht öffentliche Antwort

Horst Roland Zbinden, Ivan Hochstrasser, Oliver Neff, Urs Kaufmann, Manuel Lehmann, Agnes Schnyder, Thomas Langhart, Domenico Zucchetti

Artikel mit Freunden teilen
  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • Blogosphere
  • MisterWong.DE
  • LinkedIn
  • Yahoo! Buzz
  • Google Buzz
  • email

Autor:
Datum: Mittwoch, 12. Oktober 2011 7:47
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Eine Frage an..., Nationalratswahl 2011, Politik, Schweiz, Zürich

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Kommentare und Pings geschlossen.

Keine weiteren Kommentare möglich.