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Ein ziemlich musikalischer Zug

Donnerstag, 18. Juli 2013 18:12

So klingt ein Railjet der ÖBB beim Verlassen des Zürcher Hauptbahnhofs Richtung Wien. Zwar nicht im 3/4-Takt, dafür – gemäss Wikipedia – «…in Ganz- und Halbtonschritten über zwei Oktaven von D bis d‘ im Tonvorrat der Stammtöne. Es handelt sich dabei um eine dorische Tonleiter auf dem Grundton D»:

D-E-F-G-A-H-C-D-E-F-G-A-H-C-D

(Vorsicht, kein Fade in)

Alle Rechte am Ton bei thinkpunk.ch

Thema: Kunst | Kommentare (0) | Autor:

Slit-Scan-Dance

Freitag, 22. März 2013 17:55

Thema: Digital, Kunst, Ohne Worte | Kommentare (0) | Autor:

Ein Mann – Ein Maschinenpark

Dienstag, 16. November 2010 20:15

Das waren noch Zeiten, als für die heimische Herstellung brauchbarer synthetischer Klänge noch mehrere 19-Zoll Kisten vollgestopft mit Elektronik vonnöten waren. Und sich elektrobegeisterte Musiker die Nächte mit technischen Begriffen statt mit fremdgesteuerten wummernden Bässen um die Ohren schlugen.

73 Parameter für einen Ton

Das Interesse galt Begriffen wie DCO (Digitally Controlled Oscillators), Fusslagen-Parameter 32’, 16’, 8’, 4’, Kurvenformen Triangle (Dreieck), Sawtooth (Sägezahn) und Pulse (Rechteck), Pulsweite, Einfluss der Anschlagdynamik auf die Pulsweite, Noise (Rauschen), Detune (Verstimmen der beiden DCOs für Chorus-, Rotier- und Phasingeffekte).

Doch damit nicht genug. Auch der VCF (Voltage Controlled Filter) mit Attack, Decay, Sustain, Release, Cut (Cut Off Frequency), Resonance, Envelope (Hüllkurve), sowie der VCA (Voltage Controlled Amplifier) mit Attack, Decay, Sustain, Release, Amount, Programmable Volume wollten beachtet sein.

Nicht zu vergessen, die Feinjustierung der LFOs (Low Frequency Oscillators) mit Delay, Rate, Depth, Wheel Amount. Doubles und Splits, um die Tastatur zu unterteilen, MIDI-Steuerparameter, um den Synthe richtig anzusteuern und zu guter Letzt, aber auch wichtig: Das Kassetten-Interface, um die erarbeiteten Sounds zu speichern.

Und das Ganze nur, um einen einzigen perfekten Ton zu kreieren.

Von sphärischen Klängen bis zu BummTschBummTsch

Auch der Autor hat sich zu jener Zeit, als man Techno noch mit 5K schrieb, Nacht um Nacht durch interagierende Parameter getestet. Immer vor seinem kleinen Maschinenpark mit blinkenden Lämpchen auf der Suche nach dem perfekten Sound.

Das Equipment damals

  • Synthes: Crumar Bit01 und Kawai K1
  • Sampler: Ensoniq Mirage
  • Drum: Sequential Tom
  • Effekt: Yamaha SPX90
  • Masterkeyboard: Crumar Bit
  • Compi: Atari 1040ST
  • Sequenzersoft: Steinberg twentyfour

Was dabei heraus kam, kann man sich jetzt nach all den Jahren im Internet anhören. Und gratis herunterladen, wer mag. Der Autor/Musiker hat die Arbeit unzähliger Monate im stillen – naja – Kämmerchen auf die Musikerplattform restorm.com hochgeladen. Eine Seite übrigens, die jedem Musikliebhaber auf der Suche nach unbekannten und unverbrauchten Bands unabhängig vom individuellen Musikgeschmack nur wärmstens empfohlen werden kann.

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Thema: Digital, Kunst | Kommentare (0) | Autor:

Rammstein philosophisch betrachtet

Dienstag, 15. Juni 2010 15:04

Wer sich zu seiner Liebe zum Brachial-Rock von Rammstein bekennt, weiss um die verständnislosen oder gar unfreundlichen Reaktionen auf diese Offenbarung. Die Hälfte der Gesprächspartner erschrickt. Die Andere rümpft die Nase. Man sieht es den Gesichtern förmlich an. «Nazi, oder wie? Aggro, oder was?»

Fürchtet euch nicht

Wie will man darauf auch antworten? Was kann man darauf erwidern? Ich gebe zu, bis vor kurzem hatte auch ich nichts zum Verständnis vor- und beizutragen. Wie auch? Bei den hartnäckigen Vorurteilen, die in den vergangenen Jahren zwar ein bisschen abgeschwächt wurden, aber nach wie vor in vielen Köpfen herumgeistern.

Doch dank eines Buches des bekannten Professors für Philosophie und Kulturkritikers Slavoj Žižek lässt es sich nun wenigstens ein bisschen argumentieren. Die folgenden Gedanken aus dem Buch «Auf verlorenem Posten» möchte ich Rammstein-Fans zur rein physischen Begründung für ihr Interesse an dieser Art Musik als Argumentarium an die Hand geben.

Slavoj Žižek in «Auf verlorenem Posten»

«Genau so geht die Gruppe Rammstein mit totalitärer Ideologie um: Sie entsemantisiert sie und bringt ihr obszönes Gebrabbel in seiner penetranten Körperlichkeit zum Vorschein. Um diese vorsemantische Funktionsweise des Zeichens zu benennen, prägte Lacan den Neologismus „Sinthom„: ein signifizierender Knoten, in dem sich eine minimale libidinöse Besetzung verdichtet. So ist es kein Wunder, dass die dröhnende und laute Musik von Rammstein aggressiv, körperlich, brachial und aufdringlich klingt – ihre Körperlichkeit steht in ständiger Spannung zu ihrer Bedeutung und unterminiert diese.

Man sollte daher, anders als Susan Sontag, der Versuchung widerstehen, Rammsteins Musik und ihre ausgiebige Verwendung „nazistischer“ Bilder und Motive unter Ideologieverdacht zu stellen – Rammstein tut genau das Gegenteil: Indem sie den Hörer zur direkten Identifikation mit den von den Nazis verwendeten „Sinthomen“ zwingt, dabei aber deren Anbiederung an die Naziideologie umgeht, lässt sie genau dort eine Lücke spürbar werden, wo die Ideologie die Illusion einer nahtlosen organischen Einheit verordnet. Kurz, Rammstein befreit diese „Sinthome“ von ihrer nazistischen Artikulation, damit man sie in ihrem vorideologischen Status als „Knoten“ libidinöser Besetzung geniessen kann. Wenn demnach einige Linksliberale beim Anblick eines Rammstein-Videos, in dem eine Blondine im Käfig, nordische Krieger in dunklen Uniformen und dergleichen zu sehen sind, befürchten, dass die ungebildete Öffentlichkeit die Ironie dabei (wenn es sie denn überhaupt gibt) nicht verstehen und sich direkt mit der dargestellten protofaschistischen Stimmung identifizieren, sollte man ihnen das gute alte Motto entgegenhalten: Das einzige, was wir zu fürchten haben, ist die Furcht selbst. Rammstein unterläuft die totalitaristische Ideologie nicht durch ironische Distanz gegenüber den Ritualen, die sie imitieren, sondern dadurch, dass sie uns direkt mit deren öbszöner Körperlichkeit konfrontiert und so ihre Wirksamkeit aufhebt. Also fürchtet euch nicht, geniesst Rammstein!»

Auszug aus dem Buch «Auf verlorenem Posten», Seite 126/127. Mit freundlicher Genehmigung des Autoren Slavoj Žižek und dem Suhrkamp Verlag Berlin. Alle Rechte vorbehalten durch den Suhrkamp Verlag.

Ich schliesse mich dem widerspruchslos an: Geniesst Rammstein. Am besten gleich. Und nicht zu leise.

Wer sich danach noch ein bisschen mit zeitgenössischer Philosophie auseinandersetzen möchte, kann dies in einem der vielen spannenden Bücher von Slavoj Žižek.

Mein Buchtipp: «Auf verlorenem Posten» von Slavoj Žižek.

ISBN 978-3-518-12562-5

Viel Spass beim lesen. Und rocken.

Thema: Buchtipps, Gesellschaft, Kunst | Kommentare (0) | Autor:

Freude am Experiment II

Freitag, 7. Mai 2010 17:24

Einfach weils so viel Spass macht, hier noch ein gelungenes Werk eines weiteren experimentierfreudigen Musikers. Mehr von Kutiman gibts auf youtube. Vorsicht: Funky.

Mother of All Funk Chords

httpv://www.youtube.com/watch?v=tprMEs-zfQA

Thema: Digital, Kunst, Mensch | Kommentare (0) | Autor:

Freude am Experiment

Sonntag, 25. April 2010 11:54

Man muss heute kein musikalisches Genie mehr sein, um gefälligen Einheitsbrei zu produzieren. Vorgefertigte Sounds, Loops, ja ganze Sequenzen liegen auf diversen Plattformen zur freien Nutzung bereit. Die Rechenleistung steigt. Die Möglichkeiten auch. Nur die Kreativität geht in dieser immensen Flut an Möglichkeiten flöten.

httpv://www.youtube.com/watch?v=JzqumbhfxRo

Schön gibt es noch Enthusiasten, die einen Schritt zurück wagen und die Technik wieder als Mittel zum Zweck begreifen. Wie zum Beispiel der Norweger Lasse Gjertsen, der von sich selbst behauptet, keine grosse musikalische Bildung zu besitzen.

Thema: Digital, Kunst, Mensch | Kommentare (0) | Autor: