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affenmonopol für erbrecher

Donnerstag, 27. Januar 2011 17:33

«Kurz muss die Botschaft sein. Und eingängig.»

Sowas treibt Werbetexter um. «Also los los los: Kürzen… Allerdings ohne dabei die Relevanz» in diesem Fall für die Initiative für den Schutz vor Waffengewalt «aus den Augen zu verlieren.»

Natürlich. Deshalb sei an dieser Stelle der öffentlich ausgehängte 26-Buchstaber «Waffenmonopol für Verbrecher?» um satte 0,53 Prozent auf 24 Buchstaben optimiert.

Das Resultat im Vergleich zum Original:

[+] Kurz | [=] Einprägsam | [=] Relevant

Alles erfüllt. Wobei der Kürzer natürlich gerne zugibt, dass diese Zeichenanzahl-optimierte Line nicht genau so direkt in des Stimmbürgers Amygdala einschlägt, wie das Original.

Thema: Politik, Schweiz, Werbung | Kommentare (0) | Autor:

Weisheiten – Über Vereinfachungen

Montag, 17. Januar 2011 13:27

«Man soll die Dinge so einfach wie möglich machen, aber nicht noch einfacher.»

Albert Einstein

Thema: Politik, Weisheiten, Wirtschaft | Kommentare (0) | Autor:

Wieder Ratten bei der SVP

Samstag, 2. Oktober 2010 22:35

Die SVP hetzt wieder einmal in bewährter Manier mit Plakaten gegen Ausländer. Zur Abwechslung im Tessin. Ansonsten alles, wie seit Jahren gehabt: Ungeliebte Ausländer werden zu Ratten.

Da sich ausserhalb der SVP kritische Stimmen zu Wort melden, geht es auch wie gehabt, weiter: Hihi, haha. Alles nur ein Scherz. «Es fehlt dem Politestablishment einfach der Humor», wie Parteipräsident Pierre Rusconi laut 20min-online gesagt haben soll. Mit Rassismus und Xenophobie hat dies alles nichts zu tun.

Eine erfolgreich erprobte Manipulation

Der perfide Angriff scheint auch dieses mal seine Wirkung zu entfalten. Viele Kommentarschreiber in verschiedenen Foren finden: «Ist doch lustig. Was ist denn dabei?» Und gleich darauf entlarvend: «Ausserdem stimmt es ja». Ohne dabei selbst den Widerspruch zu erkennen. Einerseits ist alles nur ein Spässchen, andererseits aber ist es wahr. Alles Ratten.

Ein Wort gegen diese Hetze und das noch gefährlichere ins Lächerliche ziehen sei mir an dieser Stelle erlaubt. Genau dieses unüberlegt geäusserte «Ist doch nichts dabei» zeigt, dass die jahrelange Verwendung solcher Tier- und Hass-Plakate ihr Ziel schon erreicht hat. Die breite Öffentlichkeit stellt zwischen dem Hassobkjekt «Ratte» und den damit gemeinten Menschen keinen Zusammenhang mehr her.

Man wettert gegen ein Ekel erregendes Tier und hetzt damit – ohne weiter darüber nachzudenken – gegen sehr reale Menschen. Und die strategisch kluge Unterstellung fehlenden Humors erlaubt es, sich nicht mit den Auswirkungen der Hetze auseinanderzusetzen zu müssen.

Ein erster Schritt zur moralischen Abkoppelung

Wir alle durchlaufen durch unsere Erziehung einen Sozialisationsprozess, der uns Normen und moralische Leitlinien für unser soziales Verhalten vorgibt. Dieser erlernte Verhaltenskodex erlaubt uns eine friedliche Koexistenz mit Menschen aus anderen Kulturkreisen, mit anderer Sprache, anderem Aussehen und anderen Bräuchen. Die verbindende Basis dafür ist der kleinste gemeinsame Nenner. Wir alle sind menschliche Wesen.

Diese verinnerlichten Leitlinien bestimmen den respektvollen Umgang mit unseresgleichen. Selbst in kriegerischen Kampfhandlungen hindern diese die Soldaten daran, freiwillig auf den Feind zu schiessen und ihn zu töten. Deshalb muss im Vorfeld eines Krieges ein die Hemmungen ausschaltendes Feindbild aufgebaut werden. Am einfachsten, indem man den oben erwähnten gemeinsamen Nenner abbaut. Das funktioniert auch in der Politik und ist dort kein Mittel von links oder rechts, sondern von Extremisten aller Couleur.

Die Entmenschlichung ist eine erprobte und erfolgreiche psychologische Strategie um Menschen die moralische Abkoppelung von anderen Individuen zu erleichtern. Man erklärt den Feind zum Untermenschen, zum Tier, zur Krankheit. Auf diese Weise können menschliche Wesen ganz einfach als von der moralischen Kategorie des Menschseins ausgeschlossen betrachtet werden. Es kostet weniger Überwindung auf ein niederes Tier einzuschlagen, als auf seinesgleichen.

Ob bewusst oder unbewusst. Die Hemmschwelle sinkt.

Natürlich setzt sich nicht jeder Befürworter solcher politisch motivierter Hetze aktiv und bewusst für den Abbau aller für ein friedliches Zusammenleben unabdingbaren Hemmschwellen ein. Trotzdem geschieht durch die Akzeptanz und Verniedlichung der Propaganda genau dies. Das Bild von Unter- oder Unmenschen setzt sich in den Köpfen fest.

Das Resultat solcher Hass-Propaganda setzt – ob gewollt oder nicht – die Hemmschwelle Schritt für Schritt herunter. Und weil die Grenzen seit Jahren Stück um Stück hinausgeschoben werden, darf man solche Plakate nicht einfach schweigend hinnehmen. Das hat nichts mit fehlendem Humor zu tun.

Wohin soll das führen?

Klar wird der eine oder andere jetzt «linke Panikmache» rufen. In diesem Fall möchte ich nur eine Frage beantwortet haben: Wozu soll das ganze dann dienen? Keine Partei gibt Geld für ihre Propaganda aus, wenn sie nichts damit erreichen will. Und ein Lächeln über ein lustiges Plakat wird auch bei der tessiner SVP nicht das angestrebte Ziel der Propaganda sein.

Mein Buchtipp für alle, die sich mit Fragen wie «Was bewegt gute Menschen dazu, böses zu tun? Wie können normale Menschen dazu verleitet werden, unmoralisch zu handeln? Wo liegt die Grenze zwischen Gut und Böse, und wer läuft Gefahr, diese zu überschreiten?» auseinandersetzen wollen:

«Der Luzifer-Effekt – Die Macht der Umstände und die Psychologie des Bösen» von Philip Zimbardo

ISBN 978-3-8274-1990-3


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Thema: Buchtipps, Gesellschaft, Mensch, Politik, Schweiz | Kommentare (0) | Autor:

Gründe für das Ja zur ALV-Revision

Sonntag, 26. September 2010 19:46

Wollte mich gerade informieren, welches aus Sicht der verschiedenen Parteien die Gründe für die Annahme der ALV-Revision gewesen sind.

Doch auf der SVP-Homepage stiess ich statt auf Erklärungen oder Jubel auf ein prominent platziertes Kurzargumentarium, welches ich bisher komplett verpasst hatte.

Da wird wohl der eine oder andere Schweizer Stimmbürger im Falle des Stellenverlustes erstaunt erfahren, dass auch er ein Ausländer sein muss.

Thema: Gesellschaft, Politik, Schweiz | Kommentare (0) | Autor:

Volkswahl des Bundesrates

Freitag, 13. August 2010 22:29

WÄHLEN SIE DEN BUNDESRAT! So entspannt formuliert das «Komitee für die Volkswahl des Bundesrates» seine freundliche Einladung, einen Unterschriftenbogen für die Volksinitiative «Volkswahl des Bundesrates» auszufüllen.

Eine Lücke im System wird geschlossen

Die Begründung für das Ansinnen liest sich, wie viele andere Werbebotschaften in eigener Sache aus 8416 Flaach – Achtung: Bei dieser Zeitung handelt es sich weder um Werbung noch um Reklame, sondern um eine politische Information. Darum darf sie auch in jene Briefkästen gesteckt werden, auf denen sich ein Stopp-Kleber befindet. Wir danken für Ihr Verständnis. – auf den ersten Blick verlockend.

Während die Regierung in allen Kantonen vom Volk gewählt werde, heisst es da, haben Sie und ich dieses Mitspracherecht auf Bundesebene nicht. Bisher. Denn durch die Volkswahl werde eine wichtige Lücke im direktdemokratischen System geschlossen. Endlich werden wir auch den Bundesrat selber wählen können. Einen, der anders als heute üblich, unsere sehnlichsten Wünsche und Vorstellungen achten und vertreten werde.

Schluss mit dem Geschachere

Super. Warum nicht, möchte man da spontan sagen. Mehr vom bisher Bewährten kann ja nicht schaden. Vielleicht ist es wirklich «Höchste Zeit also, dass Sie, das Schweizer Volk, Ihren Bundesrat direkt wählen» Denn, so erfährt man «der Bundesrat wird nicht nach Leistungen und Fähigkeiten, sondern aufgrund von Parteiengemauschel gewählt.»

So zumindest will uns der Absender des Unterschriftenbogens die geplante Erweiterung der Volksrechte schmackhaft machen. Einer, der sowohl das schmierige Politgeschäft als auch die Nacht der langen Messer aus eigener Erfahrung kennt und diese selbstredend als schlecht für die beste Wahl für sein Land empfindet.

Schluss mit unschönen Kompromissen

Tatsächlich muss heute jede Partei hart um die Wahl ihres Bundesratskandidaten feilschen. Und zum Leidwesen der Betroffenen beherrschen auch die politischen Kontrahenten jenen zutiefst undemokratische Poker hinter verschlossenen Türen.

Das macht die ganze Sache für alle Beteiligten anstrengend und verlangt auch noch jede Menge Zugeständnisse. Ohne Garantie für eine Wahl, wie man in Bern nur zu gut weiss. Wie schön wäre es doch, wenn man nicht mehr auf Augenhöhe verhandeln müsste.

Schluss mit der Konkurrenz

Solche Hinterzimmer-Absprachen sind unschön, zugegeben. Aber eine Volkswahl ist keine Garantie für mehr Demokratie. Im Gegenteil. Während heute zumindest vom Volk gewählte Parlamentarier über Allianzen verhandeln, werden bei einer möglichen Volkswahl hochprofessionelle und profitorientierte PR-Agenturen die Meinungsbildung beim Volk übernehmen.

Da fallen einem doch spontan die Worte ein, die Rudolf Farner – der Gründer der bekannten Farner PR – einst gesagt haben soll: «Gebt mir eine Million, und ich mache aus jedem Kartoffelsack einen Bundesrat». Mit einer mikrigen Million wird es beim Buhlen mehrer Kartoffelsäcke um die Gunst des Wählers allerdings nicht getan sein. Wer in dieser künftig direktesten aller direkten Demokratien die Wahl gewinnen will, braucht Geld. Viel Geld. Man denke nur an die PR-Schlachten bei den Wahlen in den USA.

Von einer Volkswahl werden also vor allem wirtschaftsnahe Parteien mit guten Verbindungen zu finanzstarken Unterstützern profitieren. Und die SVP, die endlich ihre beiden Trümpfe «Wirtschaftsnähe» und «30 Prozent Schafe» gleichzeitig ausspielen kann.

So gesehen lässt sich der Aufruf des flaacher Kommitees wie viele andere Werbebotschaften in eigener Sache – Achtung: Bei dieser Zeitung handelt es sich weder um Werbung noch um Reklame, sondern um eine politische Information. Darum darf sie auch in jene Briefkästen gesteckt werden, auf denen sich ein Stopp-Kleber befindet. Wir danken für Ihr Verständnis. – durchaus verstehen.

Schluss mit Demokratie

Jetzt gleich das Ende der Demokratie zu befürchten wäre natürlich übertrieben. Aber wenn in erster Linie der Zugang zu finanziellen Mitteln die Wahlchancen eines Bundesratskandidaten bestimmen, bewirkt die direktdemokratische Wahl das Gegenteil dessen, was das Komitee uns heute verspricht.

Nicht der Bürger – nicht einmal mehr indirekt über die gewählten Volksvertreter – wird über die Wahl des Bundesrates bestimmen, sondern die Kaufkraft der Parteien. Einmal mehr eine Mogelpackung. Diesmal allerdings eine hochgefährliche.

Falls Sie sich trotzdem für die Initiative einsetzen wollen, finden Sie den Unterschriftenbogen auf der Website des Initiativkomitees zum herunterladen.

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Thema: Gesellschaft, Politik, Schweiz | Kommentare (0) | Autor:

Die schöne Natalie Rickli

Donnerstag, 22. Juli 2010 8:12

Welche Keywords hat Vimentis da wohl für seine kleine Google-Werbung definiert?

Gefunden im Online-Blick.

Thema: Politik, Schweiz, Werbung | Kommentare (0) | Autor: