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Schweiz 2015 – Genug Arbeit für 148,8 Mio. Erwerbstätige

Dienstag, 31. Mai 2016 17:49

Dachte, es wäre wieder mal an der Zeit für die Berechnung und Bereitstellung einer aussagekräftigen Zahl zum Thema Erwerbstätigkeit in der Schweiz. Mit offiziellen Zahlen und Definitionen des Bundesamtes für Statistik. Fürs private oder politische Argumentarium zur freien Verfügung, Verwendung und Verbreitung.

Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit
Tatsächliches jährliches Arbeitsvolumen 2015 in der Schweiz gemäss BfS

2015: 7.889.000.000 Stunden

Definition Erwerbstätigkeit
gemäss BfS (Suchwort: Erwerbstätig)

«Als Erwerbstätige gelten Personen im Alter von mindestens 15 Jahren, die während der Referenzwoche mindestens eine Stunde gegen Entlöhnung gearbeitet haben, [...]» (Auf weitere Personen, die zum Beispiel «unentgeltlich im Familienbetrieb mitgearbeitet haben» etc wollen wir der Einfachheit halber verzichten.)

Berechnung mögliche Anzahl Erwerbstätige

 7.889.000.000 Std / 53 Wochen = 148.849.057 Std/Woche

> mögliche Anzahl Erwerbstätige 15+ in der Schweiz 2015: 148,85 Mio.

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Thema: Arbeitsmarkt, Politik, Schweiz, Wirtschaft | Kommentare (0) | Autor:

Fakt des Tages – Oranje

Montag, 9. Juli 2012 9:32

Die niederländische Fussballnationalmannschaft erzielte ihre einzigen beiden Tore an der UEFA Euro 2012, als an der Bande der Sponsor Orange eingeblendet war.

(#1 / #2)

Weitere UEFA Euro 2012-Fakten

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Thema: Werbung | Kommentare (0) | Autor:

Noch eine Statistik zur UEFA Euro 2012

Mittwoch, 13. Juni 2012 12:16

19 Spieltage. 31 Spiele. 88 Tore. Ein Sieger (Oder Verlierer):

Canon

Richtig. Diese Statistik dreht sich nicht um das Abschneiden der einzelnen Nationalmannschaften und nur am Rande um die gefallenen Tore. Der Autor befasst sich vielmehr mit den zum Zeitpunkt eines Tores gerade am Spielfeldrand als Bandenwerbung eingeblendeten Marken. (Irgendwas muss bei diesen Spielen auch ein unbeteiligter Schweizer zu tun haben.)

Je öfter eine Marke zum Zeitpunkt des Tores gerade an der Bande eingeblendet ist, desto höher steigt sie im Thinkpunk Betablog UEFA Euro 2012-Ranking. Ob man die auf diese Weise bewertete Marke auch zur Europameisterin ernennen sollte – der Sponsor damit sein Geld am besten investiert hat -, hängt wie so vieles im Leben von der Sichtweise ab.

Bemessen an der reinen Präsenzzeit kann man wohl die meistgesehene Marke zur Siegerin der EM erklären. Allerdings müsste diese zum Zeitpunkt des Tores vom Zuschauer auch tatsächlich wahrgenommen werden. (Sinn und Zweck von Werbung.) Was aber zum Tor-Zeitpunkt nicht erwartet werden sollte und uns zur zweiten möglichen Sichtweise führt. Andererseits verfügt die Welt jetzt über dieses Ranking…

Hier nun – egal ob Gewinner oder Verlierer – die zusammengetragenen Resultate.

Die Entscheidung über Sieg oder Niederlage, sowie das Erkennen allfälliger Muster und Kausalzusammenhängen von Torschüssen, Werbung, Nationen und Marken (oder anderem) überlässt der Schreibende dem geschätzten Leser.

Die Übersicht nach Spielen

8.6.12 Gruppe A

Polen – Griechenland

1:0 Sharp | 1:1 Orange

Russland – Tschechien

1:0 Castrol | 2:0 Adidas | 2:1 (Respect) | 3:1 Sharp | 4:1 Powerade

9.6.12 Gruppe B [...]

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Thema: Bildungslücken, Werbung | Kommentare (0) | Autor:

Arbeitsmarkt September 2011

Freitag, 7. Oktober 2011 16:31

Die aktuellen Zahlen über die Lage auf dem Arbeitsmarkt im September 2011 sind da. Und die SECO-Pressedokumentation lässt einige Medien wieder ein bisschen jubeln.

Gegenüber dem Vorjahr habe die Zahl der Arbeitslosen um 20,5 Prozent abgenommen, freut sich beispielsweise 20 Minuten online in fetten Lettern. Auch der Teletext des Schweizer Fernsehens hebt hervor, dass gegenüber September 2010 die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen um «satte 20,5% abgenommen» habe.

Screenshot Teletext vom 7. Oktober 2011

Déjà-déjà-déjà-déjà-déjà-vu, beziehungsweise Déjà-déjà-déjà-déjà-déjà-vu, denkt man sich da. Und stellt der satten Jubel-Zahl kopfschüttelnd wieder einmal eine andere offizielle Darstellung gegenüber.

Aussteuerung aus der Arbeitslosenversicherung

Quelle: SECO-Pressedokumentation vom 7.10.2011, Seite 25

Und weil wir hier keinen falschen Eindruck erwecken wollen, ziehen wir die weiterhin beim RAV gemeldeten – und damit noch in der Statistik erfassten – Ausgesteuerten ab. Bleiben dann:

Nicht mehr beim RAV erfasste Ausgesteuerte (Monat) / Gemeldet

  • 1.488 (August) / Oktober 2010
  • 1.443 (September) / November 2010
  • 1.245 (Oktober) / Dezember 2010
  • 1.773 (November) / Januar 2011
  • 1.775 (Dezember) / Februar 2011
  • 1.428 (Januar) / März 2011
  • 1.467 (Februar) / April 2011
  • 8.087 (März) / Mai 2011
  • 1.728 (April) / Juni 2011
  • 1.809 (Mai) / Juli 2011
  • 1.858 (Juni) / Auguste 2011
  • 1.532 (Juli) / September 2011
  • 25.633 Ausgesteuerte in den letzten 12 Monaten

Wir rechnen: 28.696 (die genannten 20,5%) «Arbeitslose weniger» minus 25.633 nicht mehr erfasste Ausgesteuerte = 3.063 weniger eingeschriebene Arbeitslose seit September 2010.

Und schon werden aus satten 20,5% weniger satte 2,2%.

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Thema: Arbeitsmarkt, Schweiz | Kommentare (0) | Autor:

Wenn statistische Fakten Vergleiche verzerren

Donnerstag, 22. September 2011 8:14

Spricht der Schweizer über Kriminalität, betont er gerne, dass mehr Ausländer als Schweizer einsitzen. Beziehungsweise, etwas präziser, verurteilt wurden.

Und damit hat er nachweislich recht, wie ein kurzer Blick auf die Kennzahlen zu Verurteilungen für ein Verbrechen oder Vergehen des Bundesamtes für Statistik (BfS) belegt.

Verurteilungen nach Nationalität

  • Schweizer: 47,4%
  • Ausländer 52,6%

Verurteilungen nach Gesetzen

  • Strafgesetzbuch (StGB) 30,7%
  • Betäubungsmittelgesetz 6,0%
  • Ausländergesetz (AuG) 13,3%
  • Strassenverkehrsgesetz 57,3%

Andererseits… Kein Fragezeichen aufgetaucht?

Vielleicht sollten wir die Zahlen noch einmal nach ihrer Aussagekraft für eine faire Gegenüberstellung von verurteilten Schweizern und Ausländern abklopfen.

  • Strafgesetzbuch [ok]
  • Betäubungsmittelgesetz [ok]
  • Ausländergesetz

Ausländergesetz? Richtig. Allzu viele Schweizer dürften sich da wohl nicht schuldig gemacht haben.

Auch wenn hier natürlich niemand bestreiten will, dass die Zahl verurteilter Ausländer an ihrem Anteil an der Bevölkerung gemessen, überproportional ist: Die so oft und gerne genannten 52,6 Prozent sind rechnerisch zwar richtig, auf den zweiten, genaueren Blick aber irgendwie doch nicht mehr ganz so eindeutig.

Dies aber wieder mal nur so nebenbei als kleine Aufforderung zum genauen Hinschauen erwähnt.

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Thema: Gesellschaft, Schweiz | Kommentare (0) | Autor:

Arbeitsmarkt August 2011

Freitag, 9. September 2011 1:12

Die aktuelle Seco-Pressedokumentation über die Lage auf dem Arbeitsmarkt im August scheint den im letzten Monat beobachteten Trend zu weniger freien Arbeitsplätzen zu bestätigen. Die Zahl der beim RAV gemeldeten offenen Stellen sank um 571 auf 18.584, während sich diejenige der Arbeitslosen im Zwischenverdienst um weitere 673 (-2,3%) auf 28.540 reduzierte.

Beim durchblättern der Dokumentation fiel dem Schreibenden – die öffentliche Meinung über die schlecht ausgebildeten Arbeitslosen im Hinterkopf – aber noch etwas anderes ins Auge.

Registrierte Arbeitslose nach der zuletzt ausgeübten Funktion August 2011

Ein Kuchendiagramm auf Seite 18 teilt die Arbeitslosen anhand der zuletzt ausgeübten Funktion in drei Kategorien ein. Das erstaunliche an dieser Grafik: Nur 26,3% hatten eine Hilfsfunktion inne. Den weitaus grösseren Anteil von 63% machen Arbeitslose mit einer Fachfunktion aus.

Die Verteilung seit 2003

Die Durchsicht sämtlicher verfügbarer Daten* zeigt, dass der Anteil der Facharbeiter zwar schon seit Erhebungsbeginn im Juni 2003 mit 54,5% ziemlich hoch lag und zunächst stabil um die 53-55% herum oszillierte (siehe Grafik 2), doch erst Mitte 2009 kontinuierlich um knappe 10% auf die aktuellen 63% im August 2011 anstieg.

Grafik 2. Registrierte Arbeitslose nach der zuletzt ausgeübten Funktion. Anhand der Seco-Daten erstellt. Copyright by thinkpunk. Darf unter Angabe der Quelle ohne spezielle Genehmigung verwendet werden.

Ein Grund für diesen Anstieg sind möglicherweise gut ausgebildete Fachkräfte aus der EU, die mit dem 3. Schritt zur vollen Personenfreizügikeit ab 2007 (Nichtanwendung der Kontigentierung und vorläufig freier Zugang zum CH-Arbeitsmarkt für EU-Bürger) in den letzten Jahren in die Schweiz einwanderten.

Laut Vimentis, der «neutralen Politikplattform der Schweiz» stammt ein Grossteil der Einwanderer aus Deutschland und Portugal, wobei die meisten dieser Arbeitskräfte gut ausgebildet sind. Über 50% der Zuwanderer haben eine Hochschule abgeschlossen und mehr als 80% verfügen über einen Lehrabschluss oder eine Matura (Sekundarstufe II).

Auch das Wirtschaftswissenschaftliche Zentrum (WWZ) der Universität Basel bescheinigt den Zuwanderern des Jahres 2009 eine gute schulische wie berufliche Qualifikation.

Grafik 3. Die Qualifikationen der FZA-Zuwanderer des Jahres 2009 nach Herkunft. Quelle Wirtschaftswissenschaftliches Zentrum (WWZ) der Universität Basel

Vergleichen wir die schrittweise Einführung der Personenfreizügikeit 2002, 2004, 2007 und 2009 mit dem Zeitablauf der Kurvenbewegung arbeitsloser Fachkräfte (Grafik 2), stellen wir fest, dass die Kurve der arbeitslosen Fachpersonen kurz nach der uneingeschränkten Freizügigkeit im Jahr 2007 ansteigt.

Ob diese beiden Kurven kausal zusammenhängen, ist mangels genauerer Daten schwer zu sagen. Deshalb, lieber Leser, diesen möglichen Zusammenhang nicht einfach unhinterfragt übernehmen.

Sollte es andere einleuchtende Begründungen oder genauere statistische Zahlen geben, freut sich der Autor über eine kurze Wortmeldung.

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* Die folgenden Zahlenreihen sind den Seco-Pressedokumentationen seit 2003 entnommen und bilden die Grundlage der im Text angegebenen Durchschnittszahlen von Juni 2003 bis August 2011.

| Fachfunktion | Hilfsfunktion | Andere |

2003

| 54,5 | 33,4 | 12,1 | Juni

[...]

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Thema: Arbeitsmarkt, Schweiz | Kommentare (0) | Autor:

Arbeitsmarkt Juli 2011

Montag, 8. August 2011 14:07

Die neuen Arbeitslosenzahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft sind da. Wie erwartet gibt es auch diesen Monat keine Überraschungen bei der Arbeitslosenquote. Deshalb wenden wir uns heute einer anderen statistischen Zahl zu. Den «registrierten nichtarbeitslosen Stellensuchenden».

SECO-Bericht im Juli 2011

  • Insgesamt 162.530 Stellensuchende registriert
  • Insgesamt 109.200 Arbeitslose gemeldet

Was auf den ersten Blick verwirrt, ist schnell erklärt. Stellensuchende sind nicht zwingend arbeitslos. Was nicht heisst, dass registrierte (aber offiziell «nicht arbeitslose») Stellensuchende mehrheitlich auch eine feste Arbeit haben. Vielmehr gehören dazu laut SECO einfach alle Personen, «die bei einem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum registriert, jedoch – im Unterschied zu den Arbeitslosen – entweder nicht sofort vermittelbar sind oder aber über eine Arbeit verfügen.»

Gemeint sind damit schlicht Personen, die aus Sicht des RAV nicht sofort eine neue Stelle antreten können, da sie sich zum Beispiel während der Arbeitslosigkeit einen zeitlich befristeten Zwischenverdienst erarbeiten oder ein Programm zur vorübergehenden Beschäftigung absolvieren. Aber auch kranke Stellensuchende oder solche im Militärdienst zählen zu dieser Kategorie. Das sind nicht wenige.

Anteile der registrierten nichtarbeitslosen Stellensuchenden Juli 2011

Grafik des SECO. Entnommen der Pressedokumentation Juli 2011.

Würden wir nur schon die Personen im Zwischenverdienst, Umschulung / Weiterbildung und in Programmen zur vorübergehenden Beschäftigung zu den offiziell Arbeitslosen hinzuzählen, stiege diese Zahl auf einen Schlag um satte 36.637 auf 145.873 Arbeitslose. Was dann für den aktuellen Zeitraum einer Arbeitslosenquote von 3,7 Prozent (statt der veröffentlichten 2,8) entsprechen würde. Dies aber nur nebenbei.

Interessanter als die schiere Menge dieser registrierten nichtarbeitslosen Stellensuchenden ist deren Entwicklung über die letzten Monate hinweg.

2010 bewegte sich deren Anzahl ohne grössere Ausreisser im Schnitt um die 63.538. Davon 33.896 in einem Zwischenverdienst und 8.555 in einem Programm zur vorübergehenden Beschäftigung (Die Zahlen dazu finden Sie am Ende des Beitrages).

Anfang April 2011 brachen diese Zahlen plötzlich ein. Von April bis Juli sank die Gesamtzahl von den genannten 63.538 auf durchschnittlich 55.693 Personen. Ein Minus von Insgesamt 7.845. Davon -3923 in einem Zwischenverdienst und -1635 in einem Programm zur vorübergehenden Beschäftigung.

Was könnte das bedeuten? Dass die Programme zur vorübergehenden Beschäftigung nach der ALV-Revision aus Kostengründen zurückgehen würden, war abzusehen. Dass aber auch die Zwischenverdienstmöglichkeiten einbrechen, könnte auf etwas anderes hinweisen. Möglicherweise ist der Arbeitsmarkt in den vergangenen Monaten dermassen ausgetrocknet, dass sogar temporäre Stellen für einen Zwischenverdienst immer schwieriger zu finden sind.

Diese Annahme wird von der Entwicklung der bei den im Juli bei den RAV gemeldeten offenen Stellen offenbar gestützt. Diese verringerte sich trotz angeblich stabilem Wirtschaftswachstum und sinkenden Arbeitslosenzahlen im Juli 2011 um 2.038 auf 19.155 Stellen. Zum Vergleich: Januar +2414, Februar +3043, März +1035, April -768, Mai +585, Juni -623.

Während sich also der Vorsteher des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements (EVD) Bundesrat Schneider-Ammann und Serge Gaillard vom SECO Gedanken über mögliche Konsequenzen des starken Schweizer Franken auf den Stellenmarkt machen, hat sich das Angebot auf dem Markt längst nach unten bewegt.

Natürlich können diese Werte auch auf ganz andere Gründe zurückzuführen sein. Bestätigende oder widerlegende Angaben von Stellenvermittlern sind deshalb willkommen.

Die Zahlen im Detail

Hier nun die Grundlage der Berechnungen über die Entwicklung bei den registrierten nichtarbeitslosen Stellensuchenden. Die Zahlen sind den SECO-Pressedokumentationen entnommen. Berechnungen durch den Blogautor.

(rnS = registrierte nichtarbeitslose Stellensuchende. ZV = Zwischenverdienst. PvB = Programm zur vorübergehenden Beschäftigung.)

2011  rnS / ZV / PvB

  • Jan 62.132 / 32.808 / 8.695
  • Feb  62.664 / 33.134 / 8.754
  • Mrz 62.932 / 33.340 / 8.576
  • —Einbruch—
  • Apr 57.593 / 30.866 / 7.454
  • Mai 56.485 / 30.199 / 7.380
  • Jun 55.364 / 29.614 / 6.942
  • Jul 53.330 / 29.213 / 5.903
  • — Durchschnitt Apr – Jul 2011 —
  • Ø 55.693 / 29.973 / 6.920

2010 rnS / ZV /PvB

  • Jan 60.552 / 31.690 / 8.438
  • Feb 62.668 / 32.609 / 8.993
  • Mrz 65.465 / 34.045 / 9.451
  • Apr 65.234 / 34.114 / 9.300
  • Mai 64190 / 34.025 / 9.067
  • Jun 64.797 / 34 946 / 8.720
  • Jul 63.274 / 35.133 / 7.796
  • Aug 62.110 / 34.412 / 7.671
  • Sep 62.734 / 34.233 / 8.107
  • Okt 63.310 / 33.750 / 8.331
  • Nov 65.047 / 34.205 / 8.666
  • Dez 63.073 / 33.591 / 8.123
  • — Durchschnitt 2011 —
  • Ø 63.538 / 33.896 / 8.555
Differenz im Durchschnitt 2010 / April bis Juli 2011
  • 63.538 / 33.896 / 8.555
  • 55.693 / 29.973 / 6.920
  • — Differenz Ø —
  • 7.845 / 3.923 / 1.635


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Thema: Arbeitsmarkt, Gesellschaft, Politik, Schweiz | Kommentare (0) | Autor:

Arbeitsmarkt Juni 2011

Freitag, 8. Juli 2011 11:00

Die neuen Arbeitslosenzahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft sind da. Nicht viel Neues im Vergleich zu den vergangenen Monaten. Drum sei an dieser Stelle für einmal ausser rohen Zahlen und Fakten nichts erhellendes angeführt. (Glatt gelogen. Siehe unten.) Zunächst aber:

Arbeitslosigkeit im Juni 2011

  • Ende Juni 2011 waren 110.378 Arbeitslose bei den RAV eingeschrieben
  • 4.306 weniger als im Vormonat
  • die Arbeitslosenquote sank von 2,9% im Mai auf 2,8% im Juni
  • geschätzter Effekt der Änderungen im Arbeitslosenversicherungsgesetz rund 700 Personen

Aussteuerungen im April 2011

  • Gemäss vorläufigen Angaben der Kassen 3.063 ausgesteuerte Personen

Mehr kann man dazu nicht sagen, ohne den treuen Leser oder sich selber zu langweilen. Drum möchte hier eine andere Zahl zur Ergänzung des Überblicks über die Situation auf dem Arbeitsmarkt kurz erwähnt werden.

Sozialhilfebezüger im Jahr 2009

gemäss Medienmitteilung des Bundesamtes für Statistik

  • wurden 2009 230.019 Personen mit Sozialhilfe unterstützt
  • das entspricht einer Sozialhilfequote von 3 Prozent
  • im Jahr 2008 betrug die Sozialhilfequote 2,9 Prozent

Leider gibt es im Moment offenbar keine aktuellere Zahlen. Aber wenn wir die Entwicklung der Zahlen nicht mehr erfasster Ausgesteuerter der letzten Jahre anschauen, können wir uns ein grobes Bild machen.

  • allein im Jahr 2009 plus 11.145 Ausgesteuerte
  • allein im Jahr 2010 plus 14.928 Ausgesteuerte

Und die Zahlen werden nach der ALV-Revision nicht besser werden. Man bedenke, dass zu den 16.000 geschätzten zusätzlichen Ausgesteuerten nach April 2011 dank kürzerer Bezugsdauer jeder, der bis vor kurzem noch als Langzeitarbeitsloser in der Statistik aufgeführt worden wäre, früher aus der Statistik fällt.

Vielleicht sollte ich mich damit demnächst einmal genauer auseinandersetzen.

Hinweise zu Quellen sind willkommen.

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Thema: Arbeitsmarkt, Gesellschaft, Politik, Schweiz | Kommentare (0) | Autor:

Arbeitsmarkt Mai 2011

Mittwoch, 8. Juni 2011 15:08

Wie immer Anfang Monat veröffentlicht das Staatssekretariat für Wirtschaft auch diesmal pünktlich zum Monatsanfang die aktuellen Arbeitslosenzahlen.

Heute wollen wir uns aber wie im Beitrag vom 8. April versprochen für einmal nur kurz mit den (wie immer um zwei Monate verzögerten) nachträglich veröffentlichten Zahlen der ausgesteuerten Personen des Monats März befassen. Und mit der daraus resultierenden monatlichen Verzerrung der Arbeitslosenquote.

Wir erinnern uns: Der SECO-Pressedokumentation vom 8. April 2011 war folgendes zu entnehmen

«Gemäss den Erhebungen des SECO waren Ende März 2011 134.905 Arbeitslose bei den RAV eingeschrieben, 8.420 weniger als im Vormonat.»

Stellen wir nun diesen «8.420 Personen weniger» die im Monat März 2011 «nicht mehr eingeschriebenen Ausgesteuerten» gegenüber. Dazu entnehmen wir der aktuellen SECO-Pressedokumentation vom 8. Juni 2011

«8.087 Ausgesteuerte (50%) sind nicht mehr eingeschrieben»

Bleiben nachträglich berechnet (8.420 – 8.087) 333 statt 8.420 (!) eingeschriebene Arbeitslose weniger als im Vormonat.

So viel zum Thema Zahlen und Überblick. Wobei der Autor sich gerade fragt, ob das tatsächlich stimmen kann. Antworten dazu sind jederzeit willkommen.

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Thema: Arbeitsmarkt, Gesellschaft, Politik, Schweiz | Kommentare (0) | Autor:

Mehr Flüchtlinge – Mehr Gewalt

Donnerstag, 3. März 2011 16:52

Am 2.3.2011 orakelt der Online-Tagesanzeiger in fetter Überschrift:

Decken Sie sich also sicherheitshalber umgehend mit Notvorrat für mehrere Jahre ein, verstecken Sie Ihr Geld unter der Matratze, holen Sie die Kinder rein und verrammeln Sie sämtliche Fenster und Türen.

Kausalität scheint schneller als man denkt

Bevor Sie jedoch die Selbstschussanlage in Betrieb nehmen, wollen wir gemeinsam kurz den erklärenden Text unter der Schlagzeile untersuchen und uns ein eigenes Urteil statt eines möglichen Vorurteils bilden. Sicher ist sicher. Vielleicht ist es ja doch nicht ganz so schlimm. Hören wir genau hin:

«Laut Killias [Professor für Strafrecht und Kriminologie an der Universität Zürich] hat Zürich eine ähnliche Erfahrung Ende der 90er-Jahre gemacht, als Tausende von Flüchtlingen aus dem ehemaligen Jugoslawien in die Schweiz kamen. Damals stiegen vor allem die Gewaltdelikte an. Zeigen lässt sich das an der Gewaltstudie der Suva, der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt. Zwischen 1997 und 2005 verdreifachten sich <Unfälle> durch Gewalteinwirkung wie Rauferei, Streit, Überfall und kriminelle Handlungen bei jungen Männern.»

Wir kombinieren Haarscharf:

Mehr Flüchtlinge => Mehr Gewaltdelikte

Spätestens jetzt – nachdem wir die offensichtlichste kausale Verknüpfung gemeinsam hergestellt haben – rennt der mehrheitskompatible Leser auf schnellstem Holzweg zu seiner Hochsicherheitswohnung. Er hat es geahnt. Wenn nicht gar gewusst.

Klingt ja auch alles ganz plausibel und wird offenbar von einem Professor bestätigt. Aber werden hier tatsächlich Ursache und Wirkung abgebildet?

Nein. Zumindest nicht unbedingt. Die Aussagen «…stiegen vor allem die Gewaltdelikte…» und «…verdreifachten sich <Unfälle> durch Gewalteinwirkung…» benennen keine konkrete Täterschaft und lassen keinen zwingenden Schluss wie den oben gezogenen zu. Alles was man aus diesem Abschnitt ableiten kann – sofern die herangezogenen Statistiken stimmen – lautet: In den 90er-Jahren gab es mehr kriminelle Handlungen UND es kamen mehr Flüchtlinge. Das kann, muss aber keinesfalls bedeuten: In den 90er-Jahren gab es mehr kriminelle Handlungen WEIL mehr Flüchtlinge kamen.

Niemand würde ähnlich schnelle Rückschlüsse ziehen, wenn in einer anderen (hypothetischen) Statistik stünde, dass sich in den 90er-Jahren (parallel zu mehr Flüchtlingen) beispielsweise der Umsatz der Schweizer Juweliere verdoppelt hat. Oder die Gletscher in dieser Zeit überdurchschnittlich stark schmolzen.

Drum prüfe, wer was komisch findet

Ohne Angabe der genauen statistischen Quellen* ist es für den Leser unmöglich, sich ein unvoreingenommenes Urteil zu bilden. Trotzdem haben wir schon nach einem kurzen Blick auf den Text eine vermeintlich durch Fakten untermauerte Einsicht gewonnen. «Flüchtling» und «Kriminalität» scheinen einfach zu verlockend logisch zusammen zu hängen.

Die Meinung ist gemacht und schon wird fleissig mit möglicherweise verzerrten bis falschen Fakten Argumentiert, bis die Verknüpfung sich auch im letzten Kopf festgesetzt hat. Die Konsequenz für die Flüchtlinge aus Nordafrika kann man ausformuliert im oben verlinkten Forum des Tagi-Beitrages nachlesen: Nordafrika > Ausländer > junge Männer > alles Betrüger > Gewalt > Schweiz > Grenzen dicht > ist nicht mein Problem.

Genau deshalb sollten wir bei behaupteten oder angedeuteten kausalen Zusammenhängen immer besonders genau hinschauen und die Aussagen auf ihre Plausibilität prüfen. Meist ergibt sich beim zweiten Blick ein anderes Bild, als das zunächst offensichtlich scheinende.

Bringen Sie also die Kinder wieder raus und sehen Sie der möglichen Ankunft von Flüchtlingen gelassen entgegen.

Nicht alle Verzerrungen und Verwischungen sind so offensichtlich, wie in diesem Beispiel. Manche scheinen auch nach dem zweiten Blick noch logisch. Falls Sie sich für die vielfältigen Möglichkeiten der Manipulation interessieren, mein Buchtipp für einen unterhaltsamen Einstieg in die Welt der Statistik:

«Lügen mit Zahlen – Wie wir mit Statistiken manipuliert werden»
Gerd Bosbach und Jens Jürgen Korff
ISBN: 978-3-453-17391-0

* Die genauen Statistiken wurden trotz zweifacher Nachfrage im Tagesanzeiger-Forum nicht genannt. Die Frage wurde Ignoriert und im Forum nicht publiziert.

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Thema: Buchtipps, Fragen, Schweiz | Kommentare (2) | Autor: