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Ihr Buchtipp

Sonntag, 27. Februar 2011 9:50

Haben Sie hier unter «Buchtipps» etwas spannendes entdeckt? Ja? Super. Nein? Schade. Aber bleiben Sie doch trotzdem noch einen Augenblick hier.

Vielleicht können Sie ja anderen Bücherwürmern einen interessanten Tipp geben. Solchen, denen es ähnlich geht, wie dem Schreibenden.

Man steht in einem seiner Lieblingsbuchläden – nicht dem ersten an diesem Tag –  vor einem riesigen Regal und denkt: Was soll es denn heute sein?

Philosophie, Psychologie, Verhaltensökonomie, Hirnforschung, Neuromarketing, Kultur, Religion, Politik, Geschichte, Gesellschaft, Wirtschaft, Zeitgeschehen, Internet, Informationsgesellschaft, Statistik, Wahrscheinlichkeit und Zufall? Oder zur Abwechslung mal was ganz anderes? Nur was?

Und hier kommen Sie ins Spiel.

Egal, ob Sie die Interessen des Autors teilen oder nicht. Teilen Sie uns doch den Titel Ihres absoluten Lieblingsbuches mit. Ganz einfach via Kommentar-Formular. Am besten mit ISBN und Begründung. Um unser Spektrum zu erweitern, die Suchzeit zu verkürzen und ärgerliche Fehlgriffe zu minimieren.

Danke für die Tipps. Und wie immer, viel Spass beim Lesen.

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Thema: Buchtipps | Kommentare (2) | Autor:

Lieblingszitat des Tages – Unwissen

Donnerstag, 24. Februar 2011 13:45

«Indem Sie selbsgefällig von den “Dummen” reden, qualifizieren Sie sich leider selber! SIE zählen sich nämlich nicht dazu…sonder DIE sind es..die, die glauben. Wenn Sie so gecheit sind, wie Sie sich offensichtlich darstellen, dann sollten Sie mal darüber nachdenken, was es mit der Aussage vieler grossen Denker auf sich hat, wenn diese feststellen, dass Sie eigentlich, je mehr sie wissen, erkennen, wie WENIG sie wissen!! Hochmut kommt vor dem Fall! Ich lade Sie herzlich ein, einmal in Ihrem stillen Kämmerchen ganz aufrichtig Gott anzurufen. Wagen Sie es? Ich wünsche Ihnen diesen Frieden und diese Erkenntnis, die nur einen Atemzug von Ihnen entfernt sind!»

Beitrag in einem Forum zum Thema Glaube

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Thema: Bildungslücken, Zitate | Kommentare (0) | Autor:

Weisheiten – Über das falsche System

Dienstag, 30. November 2010 9:58

«Ich weiss, dass das System falsch ist. Bei uns in der Wirtschaft  sieht das ein Blinder. Aber ich diene dem falschen System mit Hingabe. Denn im Rahmen des falschen Systems, dem ich mein bescheidenes Talent zur Verfügung stelle, sind die falschen Massnahmen naturgemäss richtig, und die richtigen sind begreiflicherweise falsch. Ich bin ein Anhänger der eisernen Konsequenz, und ich bin ausserdem … ein Feigling.»

Handelsredakteur Malmy, in Erich Kästners Roman Fabian

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Thema: Gesellschaft, Weisheiten, Wirtschaft | Kommentare (0) | Autor:

Blogbeitrag / Datenauslagerung # 100

Freitag, 5. November 2010 18:49

Hui. Schon satte 99 Blogbeiträge / Datenpakete auf den Server hochgeschaufelt. Höchste Zeit, die Effizienz der privaten Datenauslagerung via Blog zu überprüfen. Und zu schauen, ob dadurch beim Autor wieder ein bisschen Platz für neuen Input geschaffen wurde.

Des Bloggers Hirn unter 4/4-getaktetem MRT-Gedröhne.

Tatsächlich. Das Daten-Outsourcing via FTP scheint zu funktionierten Die MRT-Aufzeichnung zeigt zwischen rot glühendem Gross- und Kleinhirn eine kleine formatierte Region in jungfräulichem Schwarz. Es gibt wieder freie Speicherkapazität, während der Zugriff auf das alte, ausgelagerte Wissen an jedem Ort mit Internetzugang jederzeit gewährleistet ist.

Auf ewig googlebar

Das freut den Autor. Irgendwie wenigstens. Denn die zunehmende Verfügbarkeit digitaler Erinnerungen könnte durchaus zu einem ernst zu nehmenden Problem werden. Nicht nur, weil wir durch die Digitalisierung unseres Wissens immer weniger Kontrolle über unsere persönlichen Daten haben, wie wir von Menschen, die bei der Arbeitssuche von ihrer digitalen Vergangenheit eingeholt werden, immer wieder lesen. Viel mehr, weil das Vergessen für unsere Zukunft von Vorteil, wenn nicht gar lebensnotwendig ist.

Das aber nur nebenbei erwähnt. Ist eine zu lange Geschichte für einen Blogbeitrag.

Dafür gibt es einen Buchtipp zu diesem aktuellen Thema: «Delete – Die Tugend des Vergessens in digitalen Zeiten» von Viktor Mayer-Schönberger.

ISBN 978-3-940432-90-2

Und schon wieder ein bisschen mehr Speicherplatz geschaffen.

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Thema: Buchtipps, Digital, Gesellschaft, Mensch | Kommentare (0) | Autor:

Weisheiten – Über den Dummlall-Indikator

Freitag, 23. Juli 2010 19:32

«Die Anzahl verwendeter Ausrufezeichen am Ende eines Satzes verhält sich zumeist umgekehrt proportional zur Richtigkeit des vor den Zeichen Geschriebenen.»

Patrick

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Thema: Weisheiten | Kommentare (1) | Autor:

Rammstein philosophisch betrachtet

Dienstag, 15. Juni 2010 15:04

Wer sich zu seiner Liebe zum Brachial-Rock von Rammstein bekennt, weiss um die verständnislosen oder gar unfreundlichen Reaktionen auf diese Offenbarung. Die Hälfte der Gesprächspartner erschrickt. Die Andere rümpft die Nase. Man sieht es den Gesichtern förmlich an. «Nazi, oder wie? Aggro, oder was?»

Fürchtet euch nicht

Wie will man darauf auch antworten? Was kann man darauf erwidern? Ich gebe zu, bis vor kurzem hatte auch ich nichts zum Verständnis vor- und beizutragen. Wie auch? Bei den hartnäckigen Vorurteilen, die in den vergangenen Jahren zwar ein bisschen abgeschwächt wurden, aber nach wie vor in vielen Köpfen herumgeistern.

Doch dank eines Buches des bekannten Professors für Philosophie und Kulturkritikers Slavoj Žižek lässt es sich nun wenigstens ein bisschen argumentieren. Die folgenden Gedanken aus dem Buch «Auf verlorenem Posten» möchte ich Rammstein-Fans zur rein physischen Begründung für ihr Interesse an dieser Art Musik als Argumentarium an die Hand geben.

Slavoj Žižek in «Auf verlorenem Posten»

«Genau so geht die Gruppe Rammstein mit totalitärer Ideologie um: Sie entsemantisiert sie und bringt ihr obszönes Gebrabbel in seiner penetranten Körperlichkeit zum Vorschein. Um diese vorsemantische Funktionsweise des Zeichens zu benennen, prägte Lacan den Neologismus “Sinthom“: ein signifizierender Knoten, in dem sich eine minimale libidinöse Besetzung verdichtet. So ist es kein Wunder, dass die dröhnende und laute Musik von Rammstein aggressiv, körperlich, brachial und aufdringlich klingt – ihre Körperlichkeit steht in ständiger Spannung zu ihrer Bedeutung und unterminiert diese.

Man sollte daher, anders als Susan Sontag, der Versuchung widerstehen, Rammsteins Musik und ihre ausgiebige Verwendung “nazistischer” Bilder und Motive unter Ideologieverdacht zu stellen – Rammstein tut genau das Gegenteil: Indem sie den Hörer zur direkten Identifikation mit den von den Nazis verwendeten “Sinthomen” zwingt, dabei aber deren Anbiederung an die Naziideologie umgeht, lässt sie genau dort eine Lücke spürbar werden, wo die Ideologie die Illusion einer nahtlosen organischen Einheit verordnet. Kurz, Rammstein befreit diese “Sinthome” von ihrer nazistischen Artikulation, damit man sie in ihrem vorideologischen Status als “Knoten” libidinöser Besetzung geniessen kann. Wenn demnach einige Linksliberale beim Anblick eines Rammstein-Videos, in dem eine Blondine im Käfig, nordische Krieger in dunklen Uniformen und dergleichen zu sehen sind, befürchten, dass die ungebildete Öffentlichkeit die Ironie dabei (wenn es sie denn überhaupt gibt) nicht verstehen und sich direkt mit der dargestellten protofaschistischen Stimmung identifizieren, sollte man ihnen das gute alte Motto entgegenhalten: Das einzige, was wir zu fürchten haben, ist die Furcht selbst. Rammstein unterläuft die totalitaristische Ideologie nicht durch ironische Distanz gegenüber den Ritualen, die sie imitieren, sondern dadurch, dass sie uns direkt mit deren öbszöner Körperlichkeit konfrontiert und so ihre Wirksamkeit aufhebt. Also fürchtet euch nicht, geniesst Rammstein!»

Auszug aus dem Buch «Auf verlorenem Posten», Seite 126/127. Mit freundlicher Genehmigung des Autoren Slavoj Žižek und dem Suhrkamp Verlag Berlin. Alle Rechte vorbehalten durch den Suhrkamp Verlag.

Ich schliesse mich dem widerspruchslos an: Geniesst Rammstein. Am besten gleich. Und nicht zu leise.

Wer sich danach noch ein bisschen mit zeitgenössischer Philosophie auseinandersetzen möchte, kann dies in einem der vielen spannenden Bücher von Slavoj Žižek.

Mein Buchtipp: «Auf verlorenem Posten» von Slavoj Žižek.

ISBN 978-3-518-12562-5

Viel Spass beim lesen. Und rocken.

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Thema: Buchtipps, Gesellschaft, Kunst | Kommentare (0) | Autor:

Lieblingszitat des Tages – Minarett

Freitag, 21. Mai 2010 6:47

«Wir dùrfen ja auch keine Kirche im Moslem aufstellen. Was würde das geben?!»

Leserkommentar zum Minarettverbot

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Thema: Zitate | Kommentare (0) | Autor:

Von der Neiddebatte zur Hirnforschung

Montag, 26. April 2010 21:00

Tagesanzeiger, 26. April 2010.

Wenn in einer Schlagzeile «Mehr Demokratie in der Wirtschaft» steht und Dinge wie «Neidgesellschaft» in der Einleitung, muss ich das unbedingt lesen. Das könnte interessant werden. Satz mit X: War wohl nix.

Schon der erste Satz des Beitrages von Simone Meier zeigt, dass auch die schreibende offenbar einer weit verbreiteten Fehleinschätzung unterliegt.

«Wir wundern uns alle über das Geld, das so dreist in den Manager-Etagen der Grossbanken verlocht wird, und sind neidisch und hätten für unsere harte Büez auch gerne mehr.»

Nein Frau Meier. Wir wundern uns nicht alle. Und wir sind auch nicht alle neidisch.

Aber egal. Dieser kurze Einstieg soll hier nur exemplarisch aufzeigen, woran viele Diskusionen scheitern. Und warum man viele Politiker, Manager oder Gläubige mit Argumenten in ihrer eigenen Wertewelt nicht erreicht: Sie betrachten ihre Umwelt ausschliesslich aus der eigenen Warte.

Wer Neid zu seiner natürlichen Gefühlswelt zählt, sieht nur Neider um sich herum. Der Egoist nur andere Egoisten. Vielleicht in verschiedenen Abstufungen. Aber letzten Endes eben doch Neider und Egoisten. Unvorstellbar, dass jemand anders ticken könnte. Und auch unerklärbar. (Ich habe es oft genug versucht.) Es gibt offensichtlich individuelle, aber unverhandelbare Ansichten.

Woher kommen diese unverrückbaren Überzeugungen? Liegt es an der Erziehung? Oder an den gemachten Erfahrungen? Zum Teil bestimmt auch daran. Aber ich denke, viele unserer stärksten Glaubenssätze hängen sehr direkt mit Funktionen, beziehungsweise Fehlfunktionen unseres Gehirns zusammen. Ein geradezu körperliches Gefühl des Wissens, ohne darüber nachdenken zu müssen. Deshalb sind sie so tief in uns verankert und so schwer zu entkräften.

Einen Hinweis darauf liefern auch die aktuellen Neurowissenschaften. Man weiss zum Beispiel dank Forschern wie Vilayanur Ramachandran, dass die Stimulation des Schläfenlappens zu starken religiösen oder spirituellen Gefühlen führen und Schläfenlappen-Epilepsie sogar spontan extreme religiöse Erfahrungen auslösen kann. Und wenn ich mich richtig erinnere, auch Allmachtsphantasien. Bestimmt kennt jeder jemanden, der davon betroffen sein könnte.

Mir fallen dazu die Gebrüder Blocher ein. Der eine reklamiert für sich politisches und wirtschaftliches Allwissen. Der andere wähnt sich der göttlichen Weisheit sicher. Bitte nicht falsch verstehen. Ich werte hier nicht und weiss nichts über die Gesundheit der beiden. Doch vielleicht gibt es da ja einen Zusammenhang. Und ich würde es gerne erfahren. Schliesslich hat das auch mit meinem Leben zu tun.

Oder man denke an Investmentbanker. Wäre es möglich, dass deren Verhaltensweisen mit der Beschaffenheit gewisser Hirnareale zu erklären sind? Neurowissenschaftler haben ein relativ neues Forschungsobjekt für sich entdeckt. Die Spiegelneuronen. Diese seit 1995 bekannten Zellen könnten der Schlüssel für das Verständnis von Empathie sein. Sie ermöglichen die Simulation des emotionalen Zustandes des Gegenübers und erlauben es, sich in diesen hineinzuversetzen. Ein Werkzeug für Mitgefühl, Zusammengehörigkeit und Verantwortungsbewusstsein.

Glaubt man verschiedenen Insiderberichten und Büchern, sind viele Investmentbanker ziemlich einsam. Nicht bindungsfähig und auch ausserhalb der Berufes immer auf der Suche nach dem nächsten Kick. Ob zu schwach feuernde Spiegelzellen egoistisches Verhalten verursachen könnten? Eine Erklärung wärs.

Zu gern würde ich erforschen, in wie weit unser Gehirn die Gesellschaft formt. Ob es ein SVP-Setup gibt. Oder eine Rote Socken-Voreinstellung. Und ich hoffe, dass es dazu mal eine grössere Studie mit öffentlichen Personen gibt. Das würde die vielen gesellschaftlichen Fehlentwicklungen zwar nicht besser, aber vielleicht doch verständlicher machen.

Wer etwas mehr über Hirnforschung erfahren möchte, findet unzählige spannende Bücher. Zumal sich durch die Forschung immer mehr Berührungspunkte zur Psychologie und Philosophie ergeben. Deshalb möchte ich hier statt Buchtipps einfach einige interessante Autoren erwähnen.

Paul Broks, klinischer Neuropsychologe, Plymouth/Birmingham
Marco Iacoboni, Prof. für Neuropsychiatrie, Los Angeles
Hans J. Markowitsch, Prof. für Physiologische Psychologie, Bielefeld
Thomas Metzinger, Philosoph und Leiter Neuroethik, Frankfurt
Oliver Sacks, praktizierender Neuropsychologe, New York
Vilayanur S. Ramachandran, Neurowissenschaftler, San Diego

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