Beiträge vom April, 2010

Selber schuld, die Opfer

Freitag, 30. April 2010 21:39

«Theoretisch fördern prügelnde Jugendliche die Gesundheit (des Opfers). [...] Nehmen wir an, sie wirtschaften ihr Leben herunter, dann schieben Sie die Verantwortung (dafür) auch lieber auf jemand anderen. [...] Prügelnde Jugendliche werden vom hohen Spassfaktor und schlechtem körperlichen Zustand (des Opfers) angezogen. [...] Damit prügelnde Jugendliche überhaupt aktiv werden, muss (beim Opfer) vorher etwas schief gelaufen sein. [...] Der Gesamteffekt ist eine Kombination aus der ursprünglichen Ursache plus der Verstärkung. Da ist es schwer zu sagen, wer welchen Anteil hat.»

Nicht aufregen über so viel wohlwollende Nachsicht.

Aber wer spricht denn so? Ein gut bezahlter Verteidiger verwöhnter Prügelkinds? Nicht ganz. Man ersetze

«prügelnde Jugendliche» durch «Spekulanten»
«Gesundheit» durch «Wohlstand»
«Leben» durch «Land»
«Spassfaktor» durch «Zinsen»
und
«körperlicher Zustand» durch «makroökonomische Daten»

Dann klingt das im Original so:

«Theoretisch fördern Spekulanten den Wohlstand. [...] Nehmen wir an, sie wirtschaften das Land herunter, dann schieben Sie die Verantwortung auch lieber auf jemand anderen. [...] Spekulanten werden von hohen Zinsen und schlechten makroökonomischen Daten angezogen. [...] Damit Spekulanten überhaupt aktiv werden, muss vorher etwas schief gelaufen sein. [...] Der Gesamteffekt ist eine Kombination aus der ursprünglichen Ursache plus der Verstärkung. Da ist es schwer zu sagen, wer welchen Anteil hat.»

So zu lesen im Tagesanzeiger vom 30. April 2010. Aber lesen Sie selber, was genau – und nichts weniger als das – Marcus Hagedorn, Professor für Makroökonomie in Zürich erklärt.

Und dann wieder aufregen über so viel wohlwollende Nachsicht.

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Thema: Gesellschaft | Kommentare (0) | Autor:

Pffffffft vor Passivrauchen

Dienstag, 27. April 2010 19:43

Ab 1. Mai 2010 ist es nun also so weit. Im Kanton Zürich ist das Rauchen in Kneipen nur noch in abgetrennten Fumoirs möglich. Supi. Aber das war ja wieder mal ein Kampf, oder? Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Millionen die Kampagne zum «Schutz vor Passivrauchen» insgesamt gekostet hat.

Pffffffft vor PassivrauchenZumal das Problem Raucher deutlich günstiger und mit weniger bösem Blut hätte erledigt werden können. Vor einigen Jahren kostete die ultimative Lösung sage und schreibe günstige 19 Franken 50. Wie das Schild vor einer Apotheke in Zürich zeigt. Ein Anti-Raucher-Spray. Praktisch. Einfach Pffffffft und weg ist das Problem. Und das Ganze sogar noch auf grün unterstrichene, natürliche Art.

Vielleicht sollte man die Apotheke um eine Neuauflage des Sprays bitten. Jetzt wo gerade eine konsequente und landesweit einheitliche Regelung zum Schutz vor Passivrauchen angestrebt wird.

Damit wir von diesem Blog auch noch etwas lernen, einige Zahlen: Allein in den Jahren 2002 bis 2006 gab das Bundesamt für Gesundheit 15.9 Mio Franken für die Tabakprävention aus. Quelle: BAG (pdf, Seite 35)

Nicht gerade ein Pappenstiel. Aber wenn Sie jetzt gerade so etwas ähnliches denken wie «Und wer musste wieder einmal diese immensen Kosten für die uneinsichtigen Raucher stemmen?» – hier gleich die Antwort: Die Raucher selber. Der Tabakpräventionsfonds wird durch eine Abgabe von 2.6 Rappen pro verkaufte Zigarettenpackung finanziert. Gleich viel übrigens, wie die Förderung des einheimischen Tabakanbaus. (Hier fasst sich an den Kopf, wer einen hat.) Nicht genug Info für heute? Beim BAG gibt es noch genaueres zur Prävention und zur Förderung zu lesen.

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Thema: Bildungslücken, Gesellschaft, Zürich | Kommentare (0) | Autor:

Von der Neiddebatte zur Hirnforschung

Montag, 26. April 2010 21:00

Tagesanzeiger, 26. April 2010.

Wenn in einer Schlagzeile «Mehr Demokratie in der Wirtschaft» steht und Dinge wie «Neidgesellschaft» in der Einleitung, muss ich das unbedingt lesen. Das könnte interessant werden. Satz mit X: War wohl nix.

Schon der erste Satz des Beitrages von Simone Meier zeigt, dass auch die schreibende offenbar einer weit verbreiteten Fehleinschätzung unterliegt.

«Wir wundern uns alle über das Geld, das so dreist in den Manager-Etagen der Grossbanken verlocht wird, und sind neidisch und hätten für unsere harte Büez auch gerne mehr.»

Nein Frau Meier. Wir wundern uns nicht alle. Und wir sind auch nicht alle neidisch.

Aber egal. Dieser kurze Einstieg soll hier nur exemplarisch aufzeigen, woran viele Diskusionen scheitern. Und warum man viele Politiker, Manager oder Gläubige mit Argumenten in ihrer eigenen Wertewelt nicht erreicht: Sie betrachten ihre Umwelt ausschliesslich aus der eigenen Warte.

Wer Neid zu seiner natürlichen Gefühlswelt zählt, sieht nur Neider um sich herum. Der Egoist nur andere Egoisten. Vielleicht in verschiedenen Abstufungen. Aber letzten Endes eben doch Neider und Egoisten. Unvorstellbar, dass jemand anders ticken könnte. Und auch unerklärbar. (Ich habe es oft genug versucht.) Es gibt offensichtlich individuelle, aber unverhandelbare Ansichten.

Woher kommen diese unverrückbaren Überzeugungen? Liegt es an der Erziehung? Oder an den gemachten Erfahrungen? Zum Teil bestimmt auch daran. Aber ich denke, viele unserer stärksten Glaubenssätze hängen sehr direkt mit Funktionen, beziehungsweise Fehlfunktionen unseres Gehirns zusammen. Ein geradezu körperliches Gefühl des Wissens, ohne darüber nachdenken zu müssen. Deshalb sind sie so tief in uns verankert und so schwer zu entkräften.

Einen Hinweis darauf liefern auch die aktuellen Neurowissenschaften. Man weiss zum Beispiel dank Forschern wie Vilayanur Ramachandran, dass die Stimulation des Schläfenlappens zu starken religiösen oder spirituellen Gefühlen führen und Schläfenlappen-Epilepsie sogar spontan extreme religiöse Erfahrungen auslösen kann. Und wenn ich mich richtig erinnere, auch Allmachtsphantasien. Bestimmt kennt jeder jemanden, der davon betroffen sein könnte.

Mir fallen dazu die Gebrüder Blocher ein. Der eine reklamiert für sich politisches und wirtschaftliches Allwissen. Der andere wähnt sich der göttlichen Weisheit sicher. Bitte nicht falsch verstehen. Ich werte hier nicht und weiss nichts über die Gesundheit der beiden. Doch vielleicht gibt es da ja einen Zusammenhang. Und ich würde es gerne erfahren. Schliesslich hat das auch mit meinem Leben zu tun.

Oder man denke an Investmentbanker. Wäre es möglich, dass deren Verhaltensweisen mit der Beschaffenheit gewisser Hirnareale zu erklären sind? Neurowissenschaftler haben ein relativ neues Forschungsobjekt für sich entdeckt. Die Spiegelneuronen. Diese seit 1995 bekannten Zellen könnten der Schlüssel für das Verständnis von Empathie sein. Sie ermöglichen die Simulation des emotionalen Zustandes des Gegenübers und erlauben es, sich in diesen hineinzuversetzen. Ein Werkzeug für Mitgefühl, Zusammengehörigkeit und Verantwortungsbewusstsein.

Glaubt man verschiedenen Insiderberichten und Büchern, sind viele Investmentbanker ziemlich einsam. Nicht bindungsfähig und auch ausserhalb der Berufes immer auf der Suche nach dem nächsten Kick. Ob zu schwach feuernde Spiegelzellen egoistisches Verhalten verursachen könnten? Eine Erklärung wärs.

Zu gern würde ich erforschen, in wie weit unser Gehirn die Gesellschaft formt. Ob es ein SVP-Setup gibt. Oder eine Rote Socken-Voreinstellung. Und ich hoffe, dass es dazu mal eine grössere Studie mit öffentlichen Personen gibt. Das würde die vielen gesellschaftlichen Fehlentwicklungen zwar nicht besser, aber vielleicht doch verständlicher machen.

Wer etwas mehr über Hirnforschung erfahren möchte, findet unzählige spannende Bücher. Zumal sich durch die Forschung immer mehr Berührungspunkte zur Psychologie und Philosophie ergeben. Deshalb möchte ich hier statt Buchtipps einfach einige interessante Autoren erwähnen.

Paul Broks, klinischer Neuropsychologe, Plymouth/Birmingham
Marco Iacoboni, Prof. für Neuropsychiatrie, Los Angeles
Hans J. Markowitsch, Prof. für Physiologische Psychologie, Bielefeld
Thomas Metzinger, Philosoph und Leiter Neuroethik, Frankfurt
Oliver Sacks, praktizierender Neuropsychologe, New York
Vilayanur S. Ramachandran, Neurowissenschaftler, San Diego

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Thema: Bildungslücken, Buchtipps, Gesellschaft | Kommentare (0) | Autor:

Freude am Experiment

Sonntag, 25. April 2010 11:54

Man muss heute kein musikalisches Genie mehr sein, um gefälligen Einheitsbrei zu produzieren. Vorgefertigte Sounds, Loops, ja ganze Sequenzen liegen auf diversen Plattformen zur freien Nutzung bereit. Die Rechenleistung steigt. Die Möglichkeiten auch. Nur die Kreativität geht in dieser immensen Flut an Möglichkeiten flöten.

Schön gibt es noch Enthusiasten, die einen Schritt zurück wagen und die Technik wieder als Mittel zum Zweck begreifen. Wie zum Beispiel der Norweger Lasse Gjertsen, der von sich selbst behauptet, keine grosse musikalische Bildung zu besitzen.

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Thema: Digital, Kunst, Mensch | Kommentare (0) | Autor:

Das Bild zur Rechtfertigung

Freitag, 23. April 2010 18:31

Eine Frau mit Berufsehre.Wann immer ich die fadenscheinigen Argumente für angeblich gerechtfertigte Bezüge vernehme, denke ich an den 10.03.2003. An diesem Tag um 10.57 Uhr entstand diese Fotografie.

Ein Schnappschuss, der für mich die wahre Bedeutung der oft gehörten Rechtfertigungen für Lohnexzesse verkörpert. «Überdurchschnittlicher Einsatz», «Hohe Verantwortung» und «Risikobereitschaft» für einmal in Form von Berufsehre statt Worthülse. Hier nimmt eine engagierte Frau ihre wichtige Arbeit ernst. Ohne Millionen-Salär. Ohne Bonus.

Da könnte sich der eine oder andere durchaus ein Scheibchen abschneiden.

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Thema: Gesellschaft, Mensch | Kommentare (0) | Autor:

Als Yassir Bagdad verteidigte

Mittwoch, 21. April 2010 19:19

Kaum sind die US durcheinandergewürfelten politisch und religiösen Zusammenhänge in Irak und Afghanistan auseinanderklabüstert und einigermassen verstanden, ist doch alles wieder ganz anders. Informiert zumindest ein aktuelles Kunstprojekt im Cabaret Voltaire. Unauffällig versteckt und so ganz nebenbei.

Dort steht seit dem 21. April 2010 das Grand Theft Bicycle (GTB). Eine interaktive Installation. Also eigentlich ein festgeschnalltes Damen-Fahrrad der 50er in armeegrün, welches Kreuzundquerfahrer zur digitalen Tour durch Bagdad lädt. Kommense rin, kommense rin.

Auf der offiziellen HP des Cabaret dazu erklärenderweise:

«Die Charakteren [von Grand Theft Auto] wurden so modifiziert, dass sie bekannten politischen Akteuren des Irakkrieges gleichen: Auf der einen Seite finden sich Invasoren wie George Bush, George W. Bush, Dick Cheney, Condoleezza Rice, Margaret Thatcher und Tony Blair, auf der anderen Seite die „Verteidiger“ wie Saddam Hussein, Yassir Arafat, Osama bin Laden und Kim Jong-il

Sag mal Philipp. Im Ernst: Ein Übersetzungsfehler, Bush-Overdose, oder gingen für das Spiel einfach die bagdadschen Bösewichte aus?

Du wirst mir das erklären müssen. Gleich hier und jetzt. Oder wenn ich das Game die nächsten Tage mal zocken komme. Und ich hoffe doch schwer, das animierte Bild ist weniger schwarzweiss als das beschriebene.

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Thema: Bildungslücken, Kunst, Zürich | Kommentare (1) | Autor:

Chaotische Masse

Montag, 19. April 2010 21:47

Ich bin immer wieder fasziniert, wie eine Menschenmasse sich auf engstem Raum mit- und durcheinander bewegt. Ungesteuert und trotzdem beinahe reibungslos. Besonders gut lässt sich dieses unkoordinierte Wunder an einem Tag wie dem Sechseläuten in Züri mitverfolgen.

Wer nicht zünftig drauf ist, oder zumindest einen Cervelat für danach mit dabei hat, macht sich schleunigst auf den Heimweg. Und dieses Jahr vielleicht noch einige, die gerade zum x-ten Mal erfahren haben, dass ihr Flugzeug dank Eyjafjallajökull nun doch nicht mehr heute abheben wird. Man trifft sich am Bahnhof. Am Hauptbahnhof Zürich, Haupthalle, um genau zu sein.

Ideal um wieder einmal das Menschengewusel zu studieren. Und die folgenden drei Pfadfinder-Strategie-Typen:

Der Uninteressierte

Der Vertreter dieser Taktik geht unbeirrt seinen Weg. Er legt ein grundsätzliches Desinteresse für alles um sich herum an den Tag. Oder er konzentriert sich beim gehen auf etwas anderes. Zum Beispiel auf eine SMS, die er gerade schreibt. Ausweichen soll und wird der andere.

Der Globale

Wer diese Strategie wählt, verfolgt einen Mittelweg. Er beobachtet auf seinem Weg die Menschenmasse auf weite Distanz. Als ganzes, nicht als Individuen. Ihn interessieren nicht die möglichen einzelnen Hindernisse, sondern die Lücken, die sich dazwischen auftun. So kann er seine Richtung fliessend anpassen, ohne direkt ausweichen zu müssen.

Der Individuelle

Dieser Zeitgenosse schaut nicht zu weit nach vorne. Er konzentriert sich lieber auf den potentiell nächsten Störfaktor. Im Idealfall nimmt er Blickkontakt auf. So kann er abschätzen, wie der andere sich verhalten wird und kurzfristig seine Richtung ändern.

Jede dieser drei Strategien hat ihre Vor- und Nachteile. Der Uninteressierte überlässt das Ausweichen den anderen. Das ist bequem. So lange, bis er einem anderen Uninteressierten begegnet. Oder einem, der aus Prinzip keine Lust zum ausweichen hat. Auch der Globale kommt normalerweise gut voran. Es sei denn, es tut sich in einer geschlossenen Menge keine Lücke auf. Der Individuelle hat es wohl am schwersten. Seine Strategie verlangt stete Aufmerksamkeit. Und Anpassung. Und es besteht die Gefahr, dass er sich abtreiben lässt. Dafür bekommt er aber hin und wieder ein Lächeln von einem anderen Individuellen. Was an einem Bahnhof nicht selbstverständlich ist.

Aber welches ist die beste dieser Strategien?

Während ich so am HB sitze, beobachte und über diese Frage nachdenke, höre ich ein lautes «PASS AUF!». Mehrere Passanten bleiben kurz stehen und drehen wie ich den Kopf zu der Stimme. Dort kommt gerade eine Frau zum Zug Richtung Hamburg angerannt. Ihr Ruf gilt keiner einzelnen Person, sondern der Allgemeinheit. Nicht sehr höflich. Aber ich gebe zu: auch eine Möglichkeit.

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Thema: Gesellschaft, Mensch | Kommentare (2) | Autor:

Initiative für Aktionäre – Nachtrag

Freitag, 16. April 2010 9:49

Schön, dass auch andere nicht jede Form von Geschäft akzeptieren wollen.

Habe gerade entdeckt, dass die Erklärung von Bern (EvB) auf ihrer neuen Kampagnensite über achtzehn Fälle berichtet, in denen die Grossbanken UBS und Credit Suisse in Menschenrechtsverletzungen verwickelt sind.

Die Jungs und Mädels von EvB auf der Kampagnenwebsite:

«Die Erklärung von Bern (EvB) untersuchte die finanziellen Verbindungen der Schweizer Grossbanken Credit Suisse (CS) und UBS zu Unternehmen, die in Kontroversen um gravierende Menschenrechtsverletzungen verwickelt sind. Die hier aufgeführten Fallbeispiele zeigen, wie das Leben der lokalen Bevölkerung, von Arbeiterinnen und Aktivisten, durch Umsiedlungen, Vertreibungen oder Konflikte um Wasser und Land bedroht ist.»

Und fordern von den beiden Banken die Menschenrechte zu respektieren.

Ein Blick lohnt sich.

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Thema: Gesellschaft, International, Politik, Schweiz | Kommentare (0) | Autor:

Integration durch kulturellen Austausch

Donnerstag, 15. April 2010 16:09

Praktisch jede Diskussion zum Thema Migration führt früher oder später zur Forderung nach Integration. So weit, so legitim. Sofern damit nicht nur die Anstrengung des anderen gemeint ist. Integration ohne Interaktion und Kommunikation führt in eine Sackgasse. Es braucht den Willen auf beiden Seiten.

Man wird ja auch nicht vollwertiges Mitglied einer Fussballmannschaft, indem man die Spieler imitiert und etwas ähnliches wie Fussball in der nähe des Klubs spielt. Oder dadurch, dass man ein ähnlichfarbenes Trikot trägt wie die Spieler. Man muss mitspielen können. Und dürfen. Und es braucht natürlich auch mal eine Flanke von den Mitspielern, damit das Spiel in Gang kommt.

Wenn Aussenstehende zwar mitspielen sollen, aber nicht dürfen, sollte man sich nicht wundern, wenn sie sich wieder ihrem eigenen Spiel widmen. Kricket, oder was man sonst so in der Heimat kennt.

Will heissen: Wer Integration oder gar Assimilation fordert, ohne sich selber an diesem Prozess beteiligen zu wollen, verhindert die erfolgreiche Umsetzung seiner Forderung gleich selber. Dabei wäre – und ist – die berechtigte Forderung mit wenig Aufwand und ein bisschen Interesse einfach zu verwirklichen.

Aus diesem Grund möchte ich heute ein kleines, aber erfolgreiches Projekt vorstellen. Seit Anfang 2007 bietet Diwan, das Orientalische Kulturzentrum in Zürich, Schweizern und Zugezogenen aus arabischen Ländern Raum für Begegnung. Im Rahmen des gut besuchten “Arabic Speaking Club” trifft man sich ein- bis zweimal pro Monat zu einem gemischten, geselligen Abend mit einem bunt gemischten Programm.

Das jeweilige Thema des Abends führt immer zu einem regen Austausch mit Menschen der anderen Kultur. Das fördert das Verständnis auf beiden Seiten. Ohne riesige Bürokratie. Und ohne Zwangsmassnahmen.

Wer sich für diese Art von Austausch interessiert, findet alle Informationen auf der Homepage des Kulturzentrums. Und wer weiss, vielleicht gibt es bald weitere kleine und interessante Programme aus der Bevölkerung. Zu wünschen wäre es.

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Thema: Gesellschaft, Mensch, Zürich | Kommentare (0) | Autor:

Eine Initiative für Aktionäre

Montag, 12. April 2010 17:14

Die Minder-Initiative scheint Politiker von links bis rechts schwer zu bewegen. Und der einfache Bürger jubelt. Warum eigentlich? Was bringt die Initiative dem aktienfreien Bürger? Und was haben firmeninterne Gehalts- und Boni-Regelungen mit Politik und Gesellschaft zu tun?

Wenig bis nichts.

Es ist nicht Aufgabe des Staates, für den Schutz des Privateigentums von Aktionären zu sorgen. Noch weniger – konsequent weiter gedacht – für die Vermehrung von privatem Vermögen. Die Forderung an die Politik ist absurd.

Man stelle sich vor, ein freiwilliger Sozius eines Amok-Rasers fordert die gesetzliche Verankerung für das Recht auf einen Airbag auf der Beifahrerseite. Schliesslich hat er ja für den privaten, halsbrecherischen Adrenalinschub bezahlt. Und die Polizei soll die Einhaltung der neuen Sicherheitsvorschriften überwachen. Nicht jedoch die Beachtung der Geschwindigkeitsbegrenzungen und Verkehrsregeln. Auch die unzähligen unschuldigen Opfer der täglichen Raserei im Strassengraben sind zu ignorieren. Albern? Nicht mehr als die Forderung an die Politik.

Politik ist kein Instrument für Aktionäre.

Aufgabe der Politik ist es, die Gesellschaft (nicht Aktien-Gesellschaft) zu schützen. Und zwar vor den Rasern und ihren Beifahrern. Sprich, vor den grotesken Auswüchsen der Gewinnansprüche von Topmanagern UND Aktionären.

Der Manager soll verdienen, was er verdient. Der Aktionär mit seinem Vermögen machen können, was er will. Es sei denn, sie schädigen damit – direkt oder indirekt – unschuldige Dritte. Deshalb wird es Zeit, sich mit den Konsequenzen des praktisch ungezügelten Marktes auseinanderzusetzen.

Den Konsequenzen für unbeteiligte Bürger, Arbeitnehmer und KMU weltweit, die seit Jahren auch ohne Zockerambitionen die fremde Zeche bezahlen müssen.

Nachtrag>>

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Thema: Gesellschaft, Politik, Schweiz | Kommentare (0) | Autor: